Diese Frau ist Sportdirektorin

Richtig Porno

Das kann auch nur Italien: eine Porno-Darstellerin zur Sportdirektorin machen. Die erstaunliche Karriere der Sara Tommasi.

On Stage

Ach, Italien! Du Land der Roberto Baggios und Francesco Tottis. Der Berlusconis und Toto Schillacis. Nation der Extreme. Geburtsort der Ultras, Land der Moggis und der Mafia.

Diego Maradona kam einst als bester Fußballer der Welt hierher und machte den SSC Neapel zum Meister, dann ließ er sich zur Hochzeitsfeier des stadtbekannten Camorra-Bosses einladen. Als man ihn vorsichtig darauf ansprach, maulte er: »Ich gehe hin, wohin ich will.« Und der italienische Fußball verstand das. Ach, Italien.

»Bunga Bunga«, Ronaldinho, Mario Balotelli

Jetzt hat dieses Land auch noch eine Porno-Darstellerin als Sportdirektorin. Sara Tommasi heißt die Dame, sie ist 34 und hat in ihrer Vita alles stehen, was es benötigt, um im italienischen Fußball eine führende Funktion einzunehmen. Erste Sporen verdiente sie sich als Teilnehmerin der überaus beliebten Meet and Greet-Veranstaltungen des ehemaligen italienischen Staatschefs Silvio Berlusconi, die der gemeine Interessierte lediglich als »Bunga Bunga Partys« in Erinnerung hat. Leicht bekleidete Schönheiten bzw. leicht bekleidete und schwer operierte Schönheiten trafen sich da mit männlichen Entscheidern aus Politik und Wirtschaft. Sara Tommasi erinnert sich jedenfalls gerne an diese Tage: »Silvio war sehr beeindruckt von mir. Er sagte, ich sei schön und intelligent, ich solle doch in die Politik gehen.«

Stattdessen ging Frau Tommasi – laut eigener Aussage Fan des AS Rom – aber lieber ihren eigenen Weg, der sie vorbei an diversen Nacktkalendern und einem ersten eigenen Porno (»l Mio Primo Film Hard«) direkt in die liebevollen Arme von Ronaldinho (»Ja, Ronaldinho und ich sind ein Paar!«) und später Mario Balotelli (»Es ist eine wunderschöne Geschichte, die da gerade startet«) führte. Offensichtlich Beziehungen, die nicht allzu lange Bestand hatten.