Diese 5 Spieler könnten der Eintracht die Party vermiesen

Goldjungen, Pimmelberger und Opas

Eintracht Frankfurt trifft mit Benfica Lissabon auf eine der spannendsten europäischen Mannschaften. Zum Partycrasher für die Hessen könnten dabei ein neuer CR7, ein alter Bekannter und der brasilianische Claudio Pizarro werden.

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Joao Felix
Nach stressigen, aufreibenden Arbeitstagen sei jedem, der ein wenig Entspannung sucht, ein Youtube-Clip von Joao Felix empfohlen. Die erst 19-Jährige hängende Spitze Benficas sieht mit seiner Zahnspange und der hageren Teenie-Figur zwar eher aus wie ein B-Jugendlicher, aber er hat eine solche Ruhe, Eleganz und Selbstverständlichkeit in seinem Spiel, dass man auf der Welt schon lange wird suchen müssen, um einen ähnlich talentierten Offensivspieler zu finden. Kein Wunder, dass halb Europa hinter dem Mann her ist. Manchester City und Juventus Turin sollen bereit sein, die 120 Millionen Euro schwere Ausstiegsklausel zu aktivieren, auch der FC Bayern soll interessiert sein, die spanischen Spitzenklubs sowieso.

Felix ist das herausragendste Talent eines halben Dutzend herausragender Talente im aktuellen Kader Benficas, das mit der Eröffnung des Caixa Futebol Campus 2006 europaweit Maßstäbe in der Jugendarbeit setzt. Felix wurde in der Jugend vom FC Porto wegen seiner schmächtigen Figur noch aussortiert, machte bei Befica aber anschließend einen Wachstumsschub und debütierte bereits mit 16 in der B-Mannschaft in der Zweiten Liga. Aktuell profitiert Felix stark vom neuen Trainer Bruno Lage, der zuvor die Reserve trainierte und Felix von der Linksaußenposition in die Mitte holte, wo er all seine Stärken ausspielen kann: Ein herausragendes Spielverständnis, großartige Technik und Pässe, die Uwe Bein die Tränen in die Augen treiben könnten. Hinzu kommt ein ausgeprägter Killerinstinkt vor dem Tor sowie ein ordentliches Kopfballspiel. Ein Rundum-Sorglos-Paket also, weswegen man in Portugal nur die höchsten Ansprüche an Felix stellt: Nicht wenigen Experten gilt er als der neue Cristiano Ronaldo.



Jota
Wobei rein spielerisch eher Joao Felipe, genannt Jota, mit CR7 vergleichbar ist. Jota ist ein extrem schneller, trickreicher Liksaußen und das zweite große Starlet in der Offensive der Portugiesen, allerdings noch nicht so etabliert in Benficas erster Mannschaft. SeiT Februar gehört Jota dem  Kader der ersten Mannschaft an, für die er bislang fünf Spiele bestritt. Scoren konnte er noch nicht, dennoch ist man sich in Lissabon sicher: Jotas Zeit wird kommen.

Das liegt auch an seiner beeindruckenden Vita in Jugend und Reserve. Der 19-Jährige traf in 18 Zweitligaspielen vor seiner Beförderung achtmal und legte acht Treffer auf. Außerdem gewann er im vergangenen Sommer die U19-EM, deren Torschützenkönig er wurde. Zwei Jahre zuvor gewann er bereits die U17-EM. Mit einem solchen Briefkopf gehen andere Spieler in Rente, wenn sie Glück haben. Jota fängt gerade erst an. Und könnte bald schon in Deutschland aufschlagen: Dem FC Bayern wird gesteigertes Interesse nachgesagt.


Haris Seferovic
Benficas Haris Seferovic hat in 96 Spielen seine kantigen Knochen für die Eintracht hingehalten, die SGE in der Relegation 2016 zum Klassenerhalt geschossen und während seines Engagements Teile der Fans einst stilsicher als „Internet-Pimmelberger“ betitelt -  der Schweizer ist dementsprechend alles andere als ein Unbekannter in Hessen. Neu allerdings sind die Torjägerqualitäten Seferovics, der in Frankfurt stets im Schatten Alex Meiers stand und auch in Lissabon eine Weile brauchte, um in Fahrt zu kommen. In der vergangenen Saison reichte es gerade mal für unterwältigende vier Saisontore, weswegen Seferovic lediglich als Stürmer Nummer vier in diese Spielzeit ging Seferovic. 

Aber der Fußball und seine Geschichten: Diverse Veretzungen des etatmäßigen Stammstürmers Jonas sowie zwei Transferflops im Angriff Benficas später, ist Seferovic plötzlich die unumstrittene Nummer eins im Sturm. Und nicht nur das: Seferovic knipst wie noch nie in seiner Karriere, mittlerweile steht er bei 18 Saisontoren und steuert souverän auf die Torjägerkanone zu. Profitiert hat der Schweizer bei seinem Aufschwung vor allem am blinden Verständnis mit Joao Felix, mit dem er auf Anhieb wunderbar harmonierte. Und so könnte es tatsächlich der Ex-Frankfurter werden, der seinen ehemaligen Mitspielern die Party versaut. Der Fußball und seine Geschichten eben.