Die zehn merkwürdigsten Pokalendspiele

Linfield, Lorient, Offenbach


2002: FC Lorient – SC Bastia
Weil korsische Fans während der Hymne ein gellendes Pfeifkonzert veranstalten, will der erboste Staatspräsident Jacques Chirac das Finale nicht anpfeifen lassen. Erst nachdem der Verbandspräsident händeringend an die Fairness der Zuschauer appelliert hat, beginnt das Spiel mit 20 Minuten Verzögerung. Lorient gewinnt 1:0.

1923: Bolton Wanderers – West Ham United
Das erste Spiel in Wembley lockt die Massen. Weit über 200.000 Zuschauer stehen bis auf das Spielfeld, erst der Einsatz von Polizeipferden, darunter der legendäre Schimmel Billy, ermöglicht den Anpfiff. Näher am Spiel waren die Fans wohl nie wieder: Beim 1:0 von Bolton geht ein Zuschauer k.o., der direkt am Tornetz steht, den 2:0-Endstand soll ein Anhänger durch ein präzises Zuspiel selbst eingeleitet haben.

1985: ZSKA Sofia – Lewski Sofia
Weil es beim 2:1-Sieg des Armeeklubs ZSKA zu wüsten Schlägereien der Spieler kommt und selbst der Schiri attackiert wird, greifen die bulgarischen Machthaber knallhart durch. ZSKA wird der Pokalsieg wieder aberkannt, Lewski die Meisterschaft. Darüber hinaus werden beide Vereine aufgelöst und müssen für ein paar Jahre unter anderem Namen spielen. ZSKA als Sredez, Lewski als Witoscha.

1895: Linfield FC – Bohemians Dublin
Gleich vier Spieler mit Doktortitel laufen im irischen Cup-Finale für die Bohemians auf. Dr. Blayney schießt nach 30 Minuten sogar die 1:0-Führung. Die akademischen Würden erweisen sich dann aber nicht als entscheidend. Anders formuliert: Dumm kickt gut. Am Ende siegte Linfield mit 10:1

1970: Kickers Offenbach – 1. FC Köln
Als Schiri Schulenburg in der 81. Minute einen unerklärlichen Elfmeter für Köln pfeift, stürmen Kickers-Fans den Platz, Offenbachs Reich weigert sich, seinen Platzverweis wegen Reklamierens zu akzeptieren. Schulenburg resigniert. Nur Torwart Volz bleibt ruhig und hält gegen Biskup. Die Polizisten am Spielfeldrand jubeln erleichtert. Es bleibt beim 2:1, Offenbach holt den Pokal.