Die zehn größten Vorrundendesaster der WM-Geschichte

Anelka vs. Domenech

Deutschland 1978
Sparen wir uns weitere Worte und lauschen noch einmal der österreichischen Radiolegende Edy Finger: »Und jetzt kann sich Sara noch einen aussichtslos scheinenden Ball hereinholen. Es gibt Beifall für ihn. Da kommt Krankl in den Strafraum – Schuss. Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor! I wer’ narrisch!«

Sowjetunion 1990 
Als Geheimfavorit auf den Titel angetreten, musste die sowjetische Auswahl 1990 schon nach der Gruppenphase zurück ins zerbröckelnde Riesenreich. Niederlagen gegen Rumänien und Argentinien besiegelten das Aus. Trainer Walerij Lobanowski sorgte anschließend für eine Sen­sation – indem er seine Lippen bewegte: »Die größte Pleite meiner Laufbahn!«

Frankreich 2002
Das muss den Franzosen erst mal einer nachmachen: Als amtierender Weltmeister in der Gruppenphase mit null Toren und nur einem Punkt ausscheiden. Dazu mit Thierry Henry bereits im zweiten Spiel den besten Mann durch einen Platzverweis verlieren. Kommentar von Bixente Lizarazu: »Wir verstehen überhaupt nicht, was passiert ist.«  

Frankreich 2010
Niederlagen gegen Mexiko und Südaf­rika. Ein Stürmer (Nicolas Anelka), der seinen Trainer (Raymond Domenech) als »dreckigen Hurensohn« beschimpft, ein Trainingsboykott inklusive Bei­nahe-Handgreiflichkeiten zwischen Kapitän (Patrice Evra) und Co-Trainer (Robert Duverne) – die französische Nationalmannschaft übertraf sich bei der WM 2010 selbst. Sogar Staatspräsident Nicolas Sarkozy meldete sich zu Wort: »Diejenigen, die dafür verant­wortlich sind, müssen gehen!«