Die Wahrheit über die Besitzer von Manchester City

Leroy Sané - ein Angestellter von Despoten?

Das ursprüngliche Gesicht der Übernahme des Vereins durch das Emirat Abu Dhabi im September 2008 war das von Dr. Sulaiman al-Fahim, einem umtriebigen Geschäftsmann, passionierten Schachspieler und Gastgeber einer Reality-TV-Show. Dem Reporter James Montague sagte er ein paar Wochen nach Abschluss des Deals: »Ich betrachte mich als Vorsitzenden, als Besitzer. Sogar unsere offizielle Pressemitteilung nennt mich den Besitzer. Das war nett, das gefiel mir. Ich mag es, wenn mein Bild in den Nachrichten ist.«

Doch den Männern, die wirklich hinter der Übernahme steckten, gefiel das offenbar nicht so sehr, jedenfalls wurde al-Fahim stillschweigend beiseitegeschoben. Offiziell gehört Manchester City nun Scheich Mansour Al Nahyan. Der ist so begeistert von seiner angeblichen Investition von fast einer Milliarde Pfund, dass er in den letzten neun Jahren genau ein Spiel seines Klubs besucht hat. »Mansour mag den ganzen Rummel nicht«, war die eher unglaubwürdige Antwort, die jemand beim Klub dem »Guardian« gab, als die Zeitung wissen wollte, warum der Scheich dem Stadion fernbleibt. Eine einfachere Erklärung könnte sein, dass Scheich Mansour nichts mit Manchester City zu tun hat und dass es gar nicht sein Geld ist, das für den großen Aufschwung des Klubs gesorgt hat. Dass es aber den Anschein haben soll.

Abu Dhabi ist das wohlhabendste und einflussreichste der sieben Emirate, aus denen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bestehen. Der Mann, der Abu Dhabi regiert und dort die Politik diktiert, ist Mansours Bruder, Kronprinz Mohamed bin Zayed Al Nahyan, ein Halbbruder von Prügel-Scheich Issa. Die Männer, die bei Manchester City das Sagen haben, sind Vertraute des Kronprinzen. Der wichtigste heißt Khaldoon Al Mubarak, ist Citys Vorsitzender und die rechte Hand des Kronprinzen. Er leitet außerdem ein noch wesentlich wichtigeres Unternehmen von Mohamed bin Zayed. Gemeint ist der Megakonzern Mubadala, der Vermögenswerte von 50 Milliarden Pfund besitzt und weltweit enorme Summen in die unterschiedlichsten Branchen investiert.

Der Kronprinz ist auch die treibende Kraft hinter den Bemühungen der Emirate, eine Rüstungsindustrie aufzubauen. Er kann also selbst Waffen herstellen und sie dann an die zunehmend aktive VAE-Armee verkaufen kann. Er ist im Begriff, eine Art Ein-Mann-Rüstungsindustrie zu werden, und dabei niemandem Rechenschaft schuldig. Das gilt auch für die Kriegstreiberei an einem Ort wie dem Jemen. Das ärmste Land der arabischen Halbinsel wird gerade von einer Koalition unter der Führung Saudi-Arabiens, zu der auch die VAE gehören, durch andauernde Bombardierungen zerstört.