Die vielversprechendsten Talente der U17-EM

Teenage Dream

Heute Abend finden die Halbfinal-Begegnungen der U17-EM in Irland statt. Wer hat bislang überzeugt? Welchen Namen sollte man auf dem Zettel haben? Ein Blick auf die interessantesten Spieler.

imago images

Der mit den meisten Toren
Der mit den meisten Toren bei der U17-EM ist zumeist auch der Spieler, von dem gefühlt die Lösungen sämtlicher nationaler Probleme erwartet wird und der schlussendlich nur ein sehr normaler Erstligaspieler wird. In Irland hat sich Adil Aouchiche diesen Ruf verdient indem er, quasi alleine, im Viertelfinale die gesamte tschechische Hintermannschaft so dermaßen auf links zog, dass Paris St. Germain ihm direkt ein Angebot unterbreitete, bis sie merkten, dass der junge Franzose schon längst auf ihrem Gehaltszettel steht. Mit 16 Jahren gehört der Mittelfeldspieler nicht nur zu den jüngsten Spielern des Turniers, sondern schoss in seinen bislang vier Turniereinsätzen bereits neun Tore. Ehemalige Trainer sind voll des Lobes über ihn, sprechen über Visionen, die er auf dem Platz habe. Die Begeisterung, die er entfacht, hängt auch mit seinem Aussehen zusammen. Aouchiche ist relativ klein, wirkt schüchtern, was er dann auf dem Platz veranstaltet, wirkt wie ein krasser Gegenentwurf.

Der Deutsche 
Karim Adeyemi spielt momentan in der österreichischen zweiten Liga beim FC Liefering. Er ist ausgeliehen von RB Salzburg, die den inzwischen 17-jährigen Mittelstürmer für drei Millionen Euro aus Unterhaching holten. Seitdem gilt er als teuerster Nachwuchsspieler Deutschlands und das obwohl die Karriere bereits im Alter von zehn Jahren ins Stocken geriet. Wegen einer Disziplinlosigkeit trennten sich die Wege zwischen ihm und dem FC Bayern, wo er damals noch kickte. Er wechselte nach Unterhaching, über den Umweg FC Liefering wird es im Sommer endgültig nach Salzburg gehen. Danach kommt höchstwahrscheinlich eine Bilderbuchkarriere in Rot-Weiß-Energy: Im Sommer 2021 wird nach minutenlangen Verhandlungen der Wechsel zu RB Leipzig bekannt gegeben. Nach glücklichen Jahren in Leipzig dann der Wechsel nach New York, um sich unter Standing-Ovations im Jahre 2039 im neuen Red Bull-Center auf den Mond schießen zu lassen. Dieses Jahr spielte er allerdings erst noch eine starke Europameisterschaft. Erzielte in seinen beiden Einsätzen jeweils ein Tor und hinterließ aufgrund seiner Stärken im Eins-gegen-Eins und seiner Schnelligkeit einen guten Eindruck. 

Der mit dem höchsten Marktwert... 
.. ist Jérémy Doku vom RSC Anderlecht, 16 Jahre alt. Geschätzter Marktwert: zwei Millionen Euro. Der Außenspieler kam in dieser Saison schon für die Profi-Mannschaft des RSC zum Einsatz und bestritt einige Spiele in der Youth League. Nach Platz eins in der Gruppe, flogen die Belgier im Viertelfinale mit 0:3 gegen die Niederlande aus dem Turnier. Doku überzeugte allerdings in seinen Auftritten, so sagte z.B. Irlands Coach Colin O’Brien angesprochen auf die Bedeutung Dokus Leistung für seine Spieler: »They’ll go away tonight and know there’s another level still for their own development.« Frei übersetzt: Scheiße, war der gut. Bereits letztes Jahr spielte er bei der U17-EM und avancierte mit 15 Jahren zum jüngsten Turniertorschützen. Kein Wunder, dass der FC Liverpool wohl stark an einer Verpflichtung interessiert gewesen sein soll.