Die Underdogs im Sensations-Check

Heimspiele in der »Das verrückte Labyrinth«-Arena

FV Ravensburg

Spielt gegen: FC Augsburg

Liga: Oberliga Baden-Württemberg

Einwohner: 49.172

Bekannt für: Ravensburger Gesellschaftsspiele. Wer einmal erlebt hat, wie sich beim wöchentlichen 11FREUNDE-Malefiz-Abend ein argloses Gesellschaftsspiel in eine handfeste Keilerei verwandelt, der weiß, welche Kraft ein packendes Gesellschaftsspiel haben kann. Dumm nur, dass vom 373 Millionen Euro umfassenden Umsatz nicht viel beim FVR anzukommen scheint, sonst wäre die Bundesliga schon längst um einen weiteren Konzernklub reicher. Vielleicht mit Heimspielen in der »Das verrückte Labyrinth«-Arena, mit »Fang den Hut« auf der Brust und Schnittchenparty im »Sagaland«-VIP-Bereich. 

Warum der Klub weiterkommt: Talent. Obwohl der Verein nie über die Oberliga hinauskam, hat er eine erstaunliche Menge an erfolgreichen Fußballern hervorgebracht: Den Stuttgarter Meisterschnauz von 1984 Herrmann Ohlicher ebenso wie Ömer Toprak, Stefan Buck, Janik Haberer oder Sebastian Kerk. Finden sich also auch im aktuellen Kader ein paar Kerks, Bucks und Ohlichers? Fragen wir am Montag nach, wenn Luca Gruler, Marvin Müller, Jonas Wiest und Marcel Fetscher für ein auch in dieser Höhe verdientes 4:0 gegen Augsburg gesorgt haben werden.

FC Villingen


Spielt gegen:
Schalke 04

Liga: Verbandsliga Südbaden

Einwohner: 81.916

Bekannt für: Die durchaus gelungene Bundesgartenschau 2010? Das historische Bickentor? Das informative Uhrenindustriemuseum? Ja, ja, und ja. Viel überraschender bei der Recherche war allerdings der Fun Fact, dass kein Geringerer als Robert Prosinecki in Villingen-Schwenningen geboren wurde. Und ja, wir meinen damit genau den Robert Prosinecki, der in seiner Karriere bei Real Madrid und Barcelona spielte und 1995 als bestbezahlter Fußballer der Welt galt. Warum das örtliche Stadion nicht schon längst Robert-Prosinecki-Kampfbahn heißt, muss uns also noch jemand erklären. Wir werden es trotzdem nicht verstehen.

Warum der Klub weiterkommt: Fans. Für einen Klub, der die Mehrzahl seiner Tage irgendwo in Verbands- oder Oberliga verbracht hat, hat der FCV eine recht ordentliche Fanbasis. Aktuell verlieren sich so etwa 1100 Zuschauer ins ebm-papst-Stadion (an dieser Stelle bitte verächtlich die Augenbrauen hochziehen), was für die Oberliga echt okay ist. Die Fanszene ist im traditionellen Fanklub »Black&White« und dem ultraorientierten »FC 08 Supporters Club« organisiert, aus dem sich wiederum die »Szene VS« und die »Wilden Jungs Villingen« abgespalten haben. Schlottern den Schalkern vielleicht schon die Beine angesichts des zu erwartenden Hexenkessels samt Pyrohölle und neunzigminütigem Dauersupport? Vielleicht.