DIE ultimative Tabelle Europas: Das DID-Powerranking (16)

Der erste Kenianer

Endlich wird in den Ligen Europas wieder Fußball gespielt. Was ein Kenianer in Spanien damit zu tun hat und wie der 1.FC Köln nach dem Derbysieg dasteht, erfahrt ihr im DID-Powerranking.

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Das war sogar Präsident Uhuru Kenyatta einen Tweet wert. Am Samstag war es endlich passiert. Michael Ogada Olunga erzielte seine ersten Treffer für Girona. Für seine drei Tore brauchte der 23-jährige nur 24 Minuten. Es waren die ersten eines Kenianers in der spanischen Liga.

Kurz nach seiner Unterschrift in Katalonien im vergangenen Jahr dankte er erst Gott und sagte dann: »Ich will meinen verstorbenen Vater glücklich machen und der erste Kenianer werden, der in La Liga trifft.«  Aber Ogada Olunga musste warten, er verbrachte Monate auf der Bank, kam vor Samstag nur zu vier Einsätzen. Doch jetzt ist alles gut. Jetzt hat er Geschichte geschrieben.

Seine Karriere außerhalb Kenias begann im Februar 2016. Da gelang ihm der Sprung von Gor Mahia zu Djurgardens IF. Nach einer starken Debüt-Saison mit 12 Treffern in 27 Spielen schnappte ihm zwar Alexander Isak den »Newcomer des Jahres«-Titel vor der Nase weg, aber nun hat sich alles verändert.

»Tottenhams Victor Wanyama hat seinem Agenten Videos von mir geschickt, und der hat mir dann einen Vertrag in Schweden besorgt«, erzählte Ogada Olunga 2016. Da war er gerade in Schweden angekommen, kämpfte mit den Witterungsbedingungen und spielte Play Station. Eine Freundin gab es nicht. »Ich konzentriere mich auf meine Karriere«, machte er klar, und ging Anfang 2017 nach China.

Dort, bei Guizhou Hengfeng FC, aber wurde er nicht glücklich, erzielte zwei Treffer in neun Spielen und gelangte so Anfang September 2017 als Leihspieler nach Girona. Jetzt hat er Geschichte geschrieben.

Was ist sonst noch passiert?

Manchester City muss nach nur 10 Punkten aus fünf Spielen die Tabellenführung an Barcelona abgeben. Die Messi XI gewann die letzten drei Spiele und übernimmt erstmals in dieser Saison den ersten Platz im so wichtigen DID POWER RANKING. LaLiga-Konkurrent Real Madrid tauscht hingegen die Plätze mit Liverpool. Für Klopp geht es von 17 auf 7, für Zidane von 8 auf 18. Athletic, Celta und Getafe verstärken die spanische Flotte in der oberen Tabellenhälfte. Die beste Liga Europas ist nunmehr mit 14 Teams in den Top 50 vertreten. Ein Rekord!

Mit EA Guingamp gibt es einen weiteren Neueinsteiger auf 47. Raus geht es in dieser Woche für Hertha (52), Watford (54), Everton (56) und Stade Rennais (59). In guter Form präsentierten sich in den letzten Wochen Espanyol (von 67 auf 53), Crystal Palace (von 73 auf 58), West Ham United (von 80 auf 63) und Genoa (von 81 auf 66). Nicht so gut sieht es dagegen für Wagners Huddersfield (von 62 auf 73), Southampton (von 69 auf 80) und Amiens SC (von 68 auf 82) aus.

Die Schlusslichter Benevento, Köln und FC Metz finden derweil Anschluss an die strauchelnden La Liga-Klubs aus Malaga und Las Palmas.

WBA stabilisiert sich auf Platz 88 und gedenkt Cyrille Regis, der am Sonntag 59-jährig verstarb. Er war einer der großen Vorreiter im Kampf gegen Rassismus.  Gemeinsam mit seinen Teamkameraden Laurie Cunningham und Brendon Batson bildete er die Three Degress. Sie waren das Herz einer der spannendsten Teams der späten 70er und frühen 80er-Jahre. »Wir kannten das ja. Tausende von Zuschauern beleidigten uns rassistisch. Schmissen Bananen auf den Platz, machten Affengeräusche. Der ganze Kram. Ich habe mir nur gedacht, dass sich mich einschüchtern wollten,« erzählte Regis einmal der BBC. Einschüchtern aber ließ er sich nicht. Er war »wie Nelson Mandela, nur mit einem besseren rechten Fuß«, schrieb Dave Bowler in einem bewegenden Nachruf für die WBA-Vereinsseite.