Die U21 im Qualitätscheck

Alles wird gut

Mittelfeld:

Eine schlechte Nachricht für die U21 und zugleich eine gute Nachricht für deutsche Titelträume: Mit Julian Draxler und Mario Götze wären zwei Spieler für den Kader zugelassen, die schon längst den Sprung zu Jogi geschafft haben. Und so heißen die aktuellen Sternchen Emre Can und Moritz Leitner. Beide eint ein Schicksal: Bei Bayern München beziehungsweise Borussia Dortmund vertraut man auf ihr Talent, kann ihnen aber nicht die Spielzeit einräumen, die für ihre Entwicklung so wichtig wäre. Und so spielt Can heute bei Bayer Leverkusen und Leitner leihweise beim VfB Stuttgart. Dass zumindest das Leihgeschäft nicht die schlechteste Idee ist, weiß man spätestens seit Toni Kroos oder Philipp Lahm. Unsere Prognose lautet dennoch: Keiner von beiden wird es dauerhaft in die A-Nationalmannschaft schaffen. Dafür ist das Angebot dort zu gut, und meist auch nur wenig älter. Unser gar nicht so geheimer Geheimtipp: Leon Goretzka von Schalke 04. Das laut Peter Neururer »vielleicht größte deutsche Talent seit 50 Jahren« ist vielleicht nicht das größte deutsche Talent seit 50 Jahren, bringt aber trotzdem alles mit, um spätestens bei der Weltmeisterschaft 2018 Stammspieler der deutschen Nationalmannschaft zu sein.

Angriff:

Der Angriff war auch im Jahr 2009 gelinde gesagt nicht gerade das Prunkstück der U21. Auch wenn der heute für Hertha spielende Sandro Wagner im Finale zwei Tore beisteuern konnte war schon damals klar: Ein Weltklasse-Stürmer wächst da nicht heran. Und auch der aktuelle Kader ist im Sturm etwas verhalten besetzt. Glanzvolle Ausnahme: Kevin Volland. Der Stürmer von der TSG Hoffenheim bringt alles mit, was es für die ganz große Karriere braucht. Volland ist schnell, stark im Abschluß, technisch gut und mit einer hohen Spielintelligenz ausgestattet. Ob »falscher« oder richtiger »Neuner«, »abkippend« oder »schwimmend«, Volland beherrscht das große Fußball-Ein-Mal-Eins und wird bald schon A-Nationalspieler sein.

Fazit:

Alles wird gut. Der aktuelle Jahrgang ist vielleicht nicht so stark wie die Streberklasse von 2009, aber stark genug, um sorgenfrei in die Zukunft zu schauen. Und selbst wenn Horst Hrubesch für den Moment keinen zweiten Mesut Özil in seinen Reihen hat: Der echte Özil ist ja noch jung genug.