Die Transferposse des Sommers kommt aus Spanien

Bloß nicht unterschreiben, Vitolo!

FC Sevilla verkündet die Vertragsverlängerung des Nationalspielers Vitolo, während dieser gerade in Madrid seine Ausstiegsklausel von 37 Millionen selber bezahlt. Ein Lehrstück über den Transferwahnsinn. 

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Da stand er nun, Victor Sanchez Machin, besser bekannt als Vitolo, vor diesem Betonklotz in Madrid und fragte sich bis zuletzt, was er dort machte. Eigentlich hätte ein Vertreter seines neuen Arbeitgebers hier stehen müssen. Einer aus dem Vorstand, oder ein Anwalt, der diesen vertritt. Vielleicht auch sein Berater. Irgendjemand. Nur nicht er selbst. Aber Vitolo hatte die Schnauze voll. Voll von all dem Hin und Her um seine Person. Also fuhr er selbst zum Hauptsitz des spanischen Ligaverbandes, begleitet nur von seinem Papa und hinterlegte die vertragliche festgeschriebene Ausstiegsklausel von 37 Millionen Euro. 

Damit war der Weg frei für einen der kuriosesten Wechsel der jüngeren spanischen Fußballgeschichte. Ein Wechsel, der verdeutlicht, wie kreativ Vereine und Berater werden können, wenn es darum geht, halbherzig auferlegte Strafen durch die Fifa ad absurdum zu führen und am Ende noch mehr Geld verdienen zu können. Ein Blick hinter den Transferirrsinn dieser Tage.

Schmarotzender Schurke

Kurios ist der Fall schon alleine deshalb, weil Vitolos neuer Verein Atletico Madrid eigentlich derzeit keine Spieler verpflichten darf. Kurios, weil Vitolos alter Verein FC Sevilla extra noch eine Pressekonferenz einberufen hatte um zu verkünden, dass der Angreifer seinen Vertrag verlängert habe. Kurios, weil Vitolos Heimatverein dabei die Rolle als schmarotzender Schurke übernimmt. Aber der Reihe nach. 

Vor wenigen Wochen hatte der oberste Sportgerichtshof CAS bestätigt, dass Atletico Madrid wegen Verstöße gegen Fifa-Regularien bis zum 1. Januar 2018 keine neue Spieler verpflichten darf. Das hinderte die Verantwortlichen aber nicht daran, nach potentiellen Kandidaten zu schauen. Der FC Barcelona hatte ja vorgemacht, wie diese Sperre legal zu umgehen ist, indem der Klub einfach Spieler verpflichtete, sie bis zum Ende der Sperre aber nicht einsetzte sondern nur mittrainieren ließ. Atleticos Objekt der Begierde war Vitolo, 27, Jahre alt, Flügelangreifer, Nationalspieler mit guten Chancen auf eine WM-Teilnahme im kommenden Jahr. 

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