Die Tragödie um Chapecoense

»Mein Herz ist verzweifelt«

Auch weltweit ist die Anteilnahme groß. Paris St.-Germain wiederlegte zwar das aufgekommene Gerücht, es würde 40 Millionen Euro an den verunglückten Verein spenden, drückte aber wie fast jeder Verein, Verband oder Spieler über die sozialen Medien seine Solidarität und Trauer aus. Real Madrid und der FC Barcelona hielten vor ihren Trainingseinheiten eine Schweigeminute, weitere werden an den Spieltagen am Wochenende weltweit folgen. Angeblich soll beim anstehenden Clasico am Samstagnachmittag ein Spendenaufruf erfolgen.

Atletico Nacional, eigentlich Chapecoenses Gegner im abgesagten Finale der Copa Sudmericana, will freiwillig auf den Titel verzichten. Er soll stattdessen der auf einen Schlag ausgelöschten Mannschaft überreicht werden. Der Pokal soll als »Ehrentrophähe für den großen Verlust und als posthume Hommage an die Opfer des fatalen Unfalls« dienen. Eine Reaktion der zuständigen Fußball-Konföderation CONMEBOL auf diesen Vorschlag blieb bisher aus. Es steht aber wohl fest, dass das Finale auch zu keinem späteren Zeitpunkt ausgetragen wird.

Spielbetrieb wird verschoben

Auch der brasilianische Ligaverband CBF steht vor vielen Fragen. Ein Großteil der Erstligisten, darunter auch etwa die großen Traditionsklubs FC Santos, Corinthians und Palmeiras, erklärten sich bereit, Spieler für Chapecoense kostenlos als Leihspieler abzustellen. Außerdem soll der Verein die nächsten drei Jahre nicht absteigen. Ob und wie das umgesetzt werden soll, ist offen. 

Bevor über die mittelfristige Zukunft nachgedacht wird, gilt es den laufenden Spielbetrieb anzupassen. Die CBF sagte alle Spiele in den nächsten sieben Tagen ab. Das Saisonfinale, das eigentlich am Wochenende hätte stattfinden sollen, wurde auf den 11. Dezember verlegt. Das Rückspiel im Pokalfinale zwischen Gremio und Atletico, das für Mittwoch vorgesehen war, auf den 7. Dezember. 

»Mein Herz ist verzweifelt«

Das alles wird Jackson Follmann und seinen verbliebenen Teamkollegen herzlich egal sein. Für den schwer verletzten Torhüter endete das Leben, wie er es kannte, am Berg El Gordo. Gleichzeitig begann für ihn ein neues. 

Nicht so für Stammkeeper Danilo. Der 31-Jährige wurde zunächst lebend geborgen. Mehrmals wurde er für tot und doch nicht tot erklärt. Einige Medien berichten, er hätte im Krankenhaus noch mit seiner Frau telefoniert. »Jeder sagt was anderes. Mein Herz ist verzweifelt«, sagte seine Mutter in Brasilien. Erst nach einigen Stunden wurde Danilo von der Luftfahrtbehörde offiziell für tot erklärt.