Die spektakulärsten Klassenerhalte der Fußball-Geschichte

»Das Gute hat gesiegt!«

6.   
Schalke 04, 1993/94

Mit überschwappender Euphorie geht der frisch aufgestiegene FC Schalke die Bundesligasaison 1993/94 an. Und muss nach elf Spieltagen gleich einmal Trainer Helmut Schulte entlassen, weil die Mannschaft am Tabellenende herumkrebst. Bei der Suche nach einem Nachfolger hält man es mit Adenauer: keine Experimente. Jörg Berger wird geholt und sammelt nach der Winterpause Punkte wie ein Eichhörnchen vor der Winterpause Nüsse. Sensationelle 17 Zähler aus den ersten sieben Spielen sichern den Klassenerhalt und Platz 14. Und Jörg Berger bleibt immerhin bis 1996 Trainer auf Schalke.

7.   
SC Freiburg 1993/94

»Wenn Freiburg nicht absteigt, haben wir etwas falsch gemacht«, poltert Stuttgarts Manager Dieter Hoeneß und löst eine badische Trotzreaktion aus. Drei Spieltage vor Schluss noch sechs Punkte vom rettenden Ufer entfernt, gewinnen die Freiburger erst 4:0 (gegen Stuttgart!), durch ein Cardoso-Tor in letzter Minute gegen Leipzig, und weil Nürnberg gleichzeitig alles, aber auch wirklich alles verliert, reicht ein 2:0-Sieg gegen Duisburg am letzten Spieltag für den Klassenerhalt. Die Gebete der zuvor anberaumten Bittgottesdienste werden erhört und die »taz« jubelt parteiisch: »Das Gute hat gesiegt!«

8.   
West Ham United 2006/07

Im April 2007 steht West Ham United vor dem Sturz in die Zweitklassigkeit: 32 Punkte aus 35 Spielen bedeuten Platz 19. Die Mannschaft von Alan Curbishley hat erst neun Mal gewinnen können, deutlich zu wenig für ein Auskommen in der Premier League. Bis sich die »Hammers« zu einem Kraftakt aufraffen und die letzten vier Spiele in Folge gewinnen. Jungstar Carlos Tevez schießt am letzten Spieltag beim noch angeschickerten neuen Meister Manchester United das Tor zur Rettung.



9.   
Wattenscheid 1982/83

Der Jugoslawe Fahrudin Jusufi hatte in Deutschland nur einen kurzen Gastauftritt als Übungsleiter, sechs Jahre coachte er in Gelsenkirchen und Wattenscheid. Geschichten hat er eine ganze Menge zu erzählen, zum Beispiel von der Zweitligasaison 1982/83, die bis zur Winterpause getrost unter dem Genre »Horror« in seinem Gedächtnis zu finden sein dürfte. Nur zweimal steht Wattenscheid nicht auf dem letzten Platz: am ersten und letzten Spieltag der Hinrunde. In der Rückrunde startet 09 eine Aufholjagd, die letztlich mit Platz 15 belohnt wird. Jusufi und sein Team sind nicht ein einziges Mal mehr am Ende der Tabelle zu finden.

10.   
Ascoli Calcio 1974/75

Ascoli, dem italienischen Klub, bei dem 20 Jahre später ein junger Deutscher namens Oliver Bierhoff seinen Durchbruch schaffen sollte, gelingt in der Serie A eine Aufholjagd von geradezu klassischer Ausprägung. Bis zum 18. Spieltag fern aller Hoffnung auf den Verbleib in Italiens Königsklasse auf Platz 16 (und damit dem letzten Tabellenrang), zieht sich Ascoli selber aus dem Dreck und verlässt sechs Spieltage vor Ende die Abstiegszone.