Die schlimmsten Ausraster aller Zeiten

Ein-Tritt frei

David Beckham, so erfahren wir besorgt, prügelt sich momentan durch die Major League. Unsere Expertin für Aufwärtshaken, Maike Schulz, kann da nur müde lachen. Wir präsentieren die größten Choleriker seit Klaus Kinski. Die schlimmsten Ausraster aller Zeiten
Beckham vs. Hernandez
Großer Titel: Beckham würgt Gegner. Der Engländer verlor am Sonntag die Nerven und packte sich in rustikaler Manier den Kollegen Daniel Hernandez vom FC Dallas. Die »Sun« tauft ihn prompt »David Neck-ham«. Wir schauen uns die Szene noch einmal ganz genau an und finden: viel Wirbel um nix. »Kung-Fu-Kahn« und die Vollspann-Attacke von Eric Cantona sind da schon deutlich legendärer. Beckhams »Würge-Attacke« wirkt im Vergleich zu den wesentlich rabiateren Attacken anderer Profi-Kicker doch eher wie eine etwas zu gut gemeinte Umarmung.


 

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Maradona vs. Bilbao
Diego Armando Maradona ließ es im Pokalfinale am 13. Mai 1984, zwischen Athletic Bilbao und dem FC Barcelona gleich richtig krachen und begann eine wüste Massenschlägerei. »El Pibe de Oro« erwies sich nach der 0:1-Niederlage als schlechter Verlierer, wohl auch deshalb, weil er noch immer Andoni Goikoetxeas Tritt im Hinterkopf hatte. Dessen fiese Grätsche hatte dem Genie aus Argentinien acht Monate zuvor den Knöchel zertrümmert. Nach dem Abpfiff im Mai 1984 rammte Maradona vor den Augen des spanischen Königs Juan Carlos einem Gegenspieler das Knie an den Kopf. Anschließend trat und schlug er in allerbester Rumpelstielzchen-Manier auf alles ein, was ein rot-weißes Trikot hatte. Die muntere Schlägerei tobte auch noch, als der König Athletic-Kapitän Dani würdevoll den Pokal überreichen wollte. Das Ende vom Lied: 60 Verletzte, eine dreimonatige Sperre für Maradona, sowie eine reumütige Audienz bei seiner Majestät.




Adriano vs. Marco Caneira
Adriano und Marco Caneira vom FC Valencia wählten im Herbst 2004 das gute alte Eins gegen Eins, Mann gegen Mann. Faustkampf für Anfänger. Der damals für Inter Mailand spielende Brasilianer war eindeutiger Gewinner dieser Auseinandersetzung in der Nachspielzeit. Caneira versuchte es mit dem allseits bekannten »T-Shirt-über-den-Kopf«-Trick, blieb aber machtlos gegen Adrianos funkelnde Rechte. Später sah sich der brasilianische Stürmer als Opfer von Caneiras Provokationen. Rot bekam er trotzdem. Ach ja: die Champions-League-Partie zwischen Inter und Valencia endete ergebnistechnisch eher friedfertig mit 0:0.




Matthäus vs. Juanito Zwei gegen einen ist unfair, das lernt man schon im Kindergarten. Juan Gómez Gonzaléz, genannt »Juanito« wurde allerdings schon im Alter von drei Jahren aus der »Entengruppe« geschmissen. Anders können wir uns die wütenden Tritte des Spielers von Real Madrid gegen einen ehemaligen deutschen Weltfußballer nicht erklären. Lothar Matthäus musste die Tirade von Gonzaléz ausbaden. Rücken, Kopf und Knie – der Spanier stampfte auf alles, was Matthäus heißt und durfte als Strafe für fünf Jahre an keinem europäischen Wettbewerb mehr teilnehmen. Schade. Hatte er doch gerade erst seine zweijährige Strafe abgesessen, die er für eine unfeine Attacke gegen einen Schiedsrichter bekommen hatte.




Jaurequi vs. Medina Zu polizeilichen Ermittlungen führte das unsportliche Verhalten des bolivianischen Erstligaspielers Sergio Jaurequi. Zum Tathergang: Nach einem Gerangel werden Jaurequi und sein Gegenspieler Leonardo Medina mit roten Karten des Feldes verwiesen. Spiele zwischen Jaurequis Verein Blooming und Medinas Oriente Petrolero sind in Bolivien bekannt für die aufgeheizte Atmosphäre. Auf dem Weg in die Kabine treffen die beiden Streithähne wieder aufeinander. Jaurequi nimmt Anlauf und springt mit einem Kung-Fu Tritt in das Gesicht von Medina. Medina fällt bewusstlos zu Boden. Blooming muss nun ein Jahr ohne Verteidiger Jaurequi planen, er wurde – völlig überraschend – gesperrt.