Die rasante Ankunft des Xabi Alonso

»Pep weiß, was er liefern kann«

Xabi Alonso, der Problemlöser, der bereits mit dem FC Liverpool und Real Madrid die Champions League gewonnen hat, ist nicht der Mann für den letzten, den tödlichen, sondern einer für den vor- oder drittletzten Pass. Mit einem scheinbar belanglosen Zuspiel aus dem Mittelkreis heraus leitet er gefährliche Angriffe ein – ganz so wie ein guter Schachspieler, der beim Verschieben einer Figur im Kopf schon zwei, drei Züge weiter ist.
 
Pep Gurdiola schätzt das ganz offensichtlich. Als er nach dem Schlusspfiff seine Spieler auf dem Rasen der Münchner Allianz Arena zum Sieg beglückwünschte, fiel die Umarmung mit dem Torschützen Boateng und Xabi Alonso am innigsten aus. »Pep weiß, was er liefern kann«, hatte Alonso ein paar Tage vor der Begegnung gesagt. »Und er fragt mich nach genau dem.«

Der erfahrene Seemann

Auch die Bayern-Fans scheinen erkannt zu haben, was für einen genialen Fußballer und angenehmen Menschen der Klub gewonnen hat – mag der Tausch des jungen Toni Kroos gegen den vermeintlich alten Sack anfangs für viele unverständlich gewesen sein. Am Mittwochabend gab's schon mal Szenenapplaus, als der neue Bayern-Chef wieder einmal eine vertrackte Situation elegant gelöst hatte.
 
Selten ist beim FC Bayern ein Spieler nach dem Vereinswechsel so schnell angekommen wie Xabi Alonso. Das mag auch ein wenig damit zu tun haben, woher der Neuzugang herkommt. Bei Real Madrid ist alles noch größer, noch komplizierter, der Erwartungsdruck noch höher. Nicht nur wegen seines struppigen Barts wirkt dieser Xabi Alonso wie ein erfahrener Seemann, den nichts erschüttern kann. Mit dem 1:0-Sieg gegen Manchester City im Auftaktspiel der neuen Champions League-Saison ist die erste gefährliche Klippe auch dank des sturmerprobten Steuermanns schon mal umschifft worden.