Die Posse um Gerrard-Cousin Bobby Duncan

Mobbing in Merseyside

Ausgerechnet der Cousin von Liverpool-Legende Steven Gerrard hat Ärger mit den Reds. Weshalb sich jetzt die ganze Insel fragt, wer es verbockt hat: Duncans Berater oder der Verein?

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Es begann alles so verheißungsvoll. Bobby Duncan, der auf YouTube schon mit 17 Jahren als neuer Robbie Fowler angepriesen wurde, wechselte 2018 von Manchester City zum Nachwuchs des FC Liverpool. Zu dem Verein also, bei dem sein älterer Cousin Steven Gerrard zu Weltruhm gekommen war. Die Insel stand Kopf.

Familienbande

Es schien als hätte zusammen gefunden, was zusammen gehört: Duncan, seit Geburt Anhänger der Reds, ließ bei seiner Vorstellung in Liverpool verlauten: »Steven hatte immer einen großen Einfluss auf mich. Was er in seiner Karriere erreicht hat, inspiriert mich. Neben seinem Talent waren es seine Haltung und sein Charakter, die ihn zu dem Spieler gemacht haben, der er war«. 

Was ein Fakt ist: Duncan ist talentiert. In seiner ersten Saison in Liverpool sammelte er ordentlich Scorerpunkte in der U18-Premier-League und internationale Erfahrung in der Youth League. Außerdem durfte er, mit einer dezimierten ersten Mannschaft, im Sommer 2019 den Flieger in die USA besteigen, um beim International Champions Cup erste Profierfahrungen zu sammeln. 

Auf einmal alles schlecht?

Viele Anhänger der Reds mahlten sich die Zukunft so aus: Gerrads Cousin in Anfield, jubelnd vor The Kop. Stand heute kann man stark bezweifeln, dass es einmal so kommen wird. Dachten bisher alle in Liverpool, dass Duncans Karriere wie am Schnürchen verlaufen würde, folgt nun die Peripetie, der große Wendepunkt: Der Verein und Spieler sind zerstritten, der Berater mischt fleißig mit.

Saif Rubie, der Berater von Duncan, berichtete, dass es schon am Ende der vergangenen Saison ein Gespräch mit Vereinsvertretern gegeben habe, bei dem Duncan mitteilte, den Verein aufgrund mangelnder Perspektive verlassen zu wollen. Mit am Tisch habe der Leiter der Akademie gesessen, Alex Inglethorpe, der bewilligte, Angebote für Duncan einholen zu können. Das Problem laut Rubie: »Für einen Spieler ohne Erfahrungen in der ersten Mannschaft, den sie letzten Sommer für 200.000 Pfund bekommen haben, war kein Verein bereit, eine angemessene Summe zu zahlen.« Dem Liverpool Echo zufolge waren der AC Florenz und der FC Nordsjaelland an einer Leihe mit Kaufoption interessiert, die Summe von 1,8 Millionen Euro wurde jedoch als »lächerlich und unrealistisch“ befunden.