Die Pokal-Underdogs im Sensations-Check

Herr-der-Ringe-Fanfiction

SV Morlautern

Liga: Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar

Spielt gegen: SpVgg Greuther Fürth

Einwohner: 3056

Bekannt für: Kaiserslautern. Morlautern liegt nämlich nur knapp 1,5 Kilometer von Kaiserslautern entfernt, laut »Wikipedia« fährt die »Linie 112 (ehemals Linie 12) im halbstündigen Takt« nach Kaiserslautern. In Ermangelung an spannenden Infos über den Ort möglicherweise das einzige Mal in der Geschichte Wikipedias, dass eine Buslinie erwähnt wird (außer vielleicht im Artikel über Buslinien). Ganz niedlich hingegen ist der Umstand, dass Morlautern einen Ortsteil hat, der Waschmühle heißt und am Eselsbach liegt. Erstmals erwähnt wurde Morlautern zudem als »Hof mit Wald im Morluter«. Insgesamt eine Ortsbeschreibung, die verdächtig nach Herr-der-Ringe-Fanfiction klingt. Unsere Sympathien wachsen.

Warum der Klub weiterkommt: Aus Dankbarkeit. Es ist nämlich an der Zeit, dass sich Fußballdeutschland endlich mal richtig beim berühmtesten Morlauterer bedankt. Kein geringerer als Werner Kohlmeyer, Weltmeister 1954, ließ seine Karriere beim SV Morlautern ausklingen. Und schließlich war es »Kohli«, der, so Hardy Grüne in seiner großen WM-Enzyklopädie, oftmals in »höchster Not rettete und allein zweimal auf der Linie zur Stelle war, als Turek längst geschlagen war.« Ein Verdienst am Deutschen Fußball, der nun endlich mal gewürdigt werden muss.

Sportfreunde Dorfmerkingen 

Liga: Verbandsliga Württemberg

Spielt gegen: RasenBallsport Leipzig

Einwohner: 1102

Bekannt für: Blasmusik. Aus Dorfmerkingen kommen nämlich die Original Härtsfelder Musikanten, die mit einem Gründungsdatum von 1751 eine der ältesten Musikkapellen Baden-Württembergs sind. Mehr noch: Neuere Nachforschungen gehen sogar davon aus, dass es Blasmusik in Dorfmerkingen bereits seit dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs gab. Erstaunlich. Und überaus passend: Schließlich ist der Mäzen des Pokalgegners ebenfalls sehr musikalisch und spielt in Interviews zum Thema Flüchtlinge gerne mal die Flachpfeife. 

Warum der Klub weiterkommt: Euphorie. Denn mit Landesliga-Meisterschaft, Ba-Wü-Pokalsieg und Aufstieg in die Verbandsliga konnte gerade das eine Art Triple eingefahren werden. Dass mit RB Leipzig leider kein richtiger Fußballklub zum DFB-Pokalspiel kommt, kann da die Laune nicht trüben.