Die panamaische Mannschaft im Steckbrief

Dabei sein ist alles

Der euphorische WM-Debütant wird leider reichlich Prügel bekommen. Dies allerdings mit einem Lächeln im Gesicht.

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Zahlen zum Team

FIFA-Rang: 55
WM-Teilnahmen: 1

Einwohner: 3 920 000

Noch eine Zahl zum Team

Ein Phantomtor verhalf Panama zur erstmaligen WM-Qualifikation. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Der Ball, den Blas Perez im finalen Spiel gegen Costa Rica hineinzustochern versuchte, hat zu keinem Zeitpunkt die Linie überschritten.

Spitzname

Los Canaleros

Der Trainer

Die gute Nachricht für alle Freunde des panamaischen Fußballs: Hernan Dario Gomez coacht bereits zum dritten Mal ein Land bei einer WM. Die schlechte Nachricht: Der 62-jährige Kolumbianer war dabei nie besonders erfolgreich. Sowohl 1998 mit seinem Heimatland als auch 2002 mit Ecuador schied er nach der Vorrunde aus. Sollte ihm mit Panama das Gleiche passieren, wäre ihm niemand gram, solange die Schmach nicht zu fürchterlich ausfällt. Mindestens ein Spiel gewonnen hat er bisher auch immer.

Der Kapitän

Viel eindrucksvoller als Roman Torres kann man nicht voran gehen. Denn als es wirklich wichtig wurde, im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Costa Rica, da war er da. Und zimmerte den Ball zum 2:1-Siegtreffer in den Giebel. Weil die USA zeitgleich ihr Spiel gegen Trinidad & Tobago verloren, war Panama erstmals überhaupt für eine WM-Endrunde qualifiziert. Warum genau der bullige Innenverteidiger überhaupt im gegnerischen Strafraum anzutreffen war, ist allerdings bis heute unklar. Gegen Mannschaften wie Belgien oder England sollte er vermutlich besser hinten bleiben.

Der Star

Panama ist neben Saudi-Arabien sicherlich die größte No-Name-Truppe des Turniers. Die beiden besten Torjäger werden bald 40, in Europa aktiv ist kaum ein Feldspieler, und wenn doch, dann wie der 21-jährige Ismail Diaz für die Zweitvertretung von Klubs wie Deportivo La Coruna. Insofern müssen wir uns in eine Floskel retten: Der panamaische Star ist die Mannschaft. 


Stammtischwissen

Panamas bester Kicker hieß Rommel Fernandez, genannt »Panzer«. 1993 starb er bei einem Autounfall.

Die Anekdote

Zugegeben, das panamaische Nationalteam ist ein unbeschriebenes Blatt, im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn man vom unbedeutenden UNCAF Nations Cup absieht, ist der Briefkopf verwaist. Dabei war Panama zweimal ganz nah dran, und zwar beim Gold Cup, der Meisterschaft des Kontinentalverbandes CONCACAF. 2005 und 2013 stand die Mannschaft dort im Finale, beide Male verlor sie gegen den Gastgeber, der jeweils USA hieß. Hübsche Pointe: Alle drei Panamaer, die beim Turnier 2005 ins Allstar-Team gewählt wurden, dürften auch noch in Russland dabei sein: Keeper Jaime Penedo, Abwehrspieler Felipe Baloy und Stürmer Luis Tejada, allesamt auf die vierzig zugehend. Da schließt sich ein Kreis.