Die One-Hit-Wonder der EM-Geschichte

2012: Zwei Egos und kein Erfolg

EM 2012: Mario Balotelli (Italien)
Im Halbfinale gegen Deutschland schoss Mario Balotelli zwei Tore. Sein angespannter Oberkörper ging um die Welt, Philipp Lahm wachte zwei Jahre lang schweißgebadet auf und der Fußball war um ein Phänomen reicher. Endlich schien Balotelli sein Talent in die richtige Bahn zu lenken, Italien freute sich auf eine rosige Zukunft mit Super Mario.



Im nächsten halben Jahr bei Manchester City gelang Balotelli dann in der Premier League ein Tor weniger als im Spiel gegen Deutschland. Für das größte Sturmtalent des Weltfußballs ein wenig dürftig, dachte man in Manchester und verkaufte Balotelli zum AC Milan. Dort traf Balotelli dann auch, nur war der AC Milan mittlerweile in einer Kategorie angelangt, die den Ansprüchen des Stürmer nicht mehr genügte. Also wieder Premier League, diesmal Liverpool.

An der Anfield Road ging dann nur leider gar nichts mehr, seit zwei Jahren trifft Balotelli, von Liverpool schleunigst wieder an den AC Milan verliehen, nur noch alle paar Monate. Nur eine schwierige Phase eines sensiblen, aber hochveranlagten Fußballers? Oder reicht es schlicht nicht zur Weltkarriere? Mario Balotelli ist jedenfalls am vorläufigen Tiefpunkt angelangt. Bankdrücker im Klub, in der Nationalmannschaft ausgemustert. Sollte er noch den Wunsch haben, weltweit durch sportliche Erfolge für Schlagzeilen zu sorgen, müsste er langsam mal damit anfangen.

EM 2012: Nicklas Bendtner (Dänemark)
Nicht ganz so heiß wie Super-Mario, doch auch Nicklas Bendtner war spätestens nach seinem Doppelpack gegen Portugal im zweiten Gruppenspiel 2012 einer der kommenden Stars. Klar, ein bisschen schwierig vom Charakter ist der Däne, dass wusste man schon damals, doch dafür auch unglaublich talentiert. So schlug Juve nach dem Turnier zu, immerhin kein Tor in einem Jahr war Bendtners großzügige Reaktion.



Nach kurzer Rückkehr zu Arsenal, die das Projekt Bendtner längst aufgegeben hatten, versuchte sich Dieter Hecking ab 2014 mit der Bändigung des Lords. Das Resultat ist ernüchternd. Das letzte Mal in den Kader schaffte es der Däne im Februar, seit April ist er vereinslos. Ein Wunderstürmer wird er in diesem Leben wohl nicht mehr. Immerhin: gute Interviews geben kann er.