Die neue Stärke des 1.FC Köln

Triumph der Langeweile

Der 1.FC Köln steht so gut da wie lange nicht. Das liegt an der neu entdeckten Langeweile. Und am Erzrivalen aus Mönchengladbach.

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Zu den größeren Leistungen der jüngeren Bundesligageschichte gehört es bekanntlich, den 1.FC Köln in einen im Prinzip langweiligen Klub zu verwandeln. Jedenfalls, wenn man Langeweile in dem Sinne versteht, dass es keinen Präsidenten mehr gibt, der die Redaktion der einen Boulevardzeitung mit Informationen füttert und Mitarbeiter des Klubs die konkurrierende Boulevardzeitung.

Überhaupt dringen schon länger keine Interna mehr aus dem Geißbockheim nach außen, und so erfährt die Menschheit leider nichts darüber, wer in der Mannschaft gerade wen nicht mag. Wobei da wahrscheinlich gerade sowieso nichts zu berichten wäre. Die Spieler haben sich nämlich so gern, dass sie einander sogar erlauben, mal nicht beim gemeinsamen Ausgehen dabei sein zu müssen, um daheim ihrer ehelichen oder unehelichen Verpflichtungen nachzugehen, wie man an diesem Wochenende erfahren konnte. »Zuhause wird ein Konzert gespielt«, heißt das.

Mangel an traditionellem Durcheinander

Diese Art von Launigkeit soll die kölsche Langeweile genauso überspielen, wie es Trainer Peter Stöger tut, der wie so viele Österreicher ein begabter Humorist im Feld der fortgeschrittenen Doppelbödigkeit ist. Dass sie sich in Köln selbst verarschen können, wie er feststellte, ist im Prinzip aber nur eine weitere Nebelkerze, die über den fortgeschrittenen Mangel an dem traditionellen Durcheinander hinwegtäuschen soll. Eine Kunst, die der große Langeweile-Konzeptionist Jörg Schmadtke schon lange beherrscht, ein Großmeister des Brummbärtums, der immer beide Füße auf der Euphoriebremse hat. 

Schmadtke ist übrigens auch dafür verantwortlich, dass die Anhänger des 1.FC Köln in diesem Sommer eine wahnsinnig langweilige Transferperiode erlebten. Schon irgendwann im Frühjahr wurde verkündet, dass Marco Höger aus Schalke kommen würde. Irgendwann später noch gab es den Wechsel des stoppelköpfigen Renners Konstantin Rausch aus Darmstadt, den Schmadtke noch aus Hannover kannte. Und des in Hamburg gescheiterten Stürmers Artjom Rudnevs. Etwas Glamour versprach der Mittelstürmer Sehrou Guirassy, ein 20-jähriger Franzose, der fast vier Millionen Euro kostete, der aber verletzt kam und bislang nur fünf Minuten gespielt hat. 

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