Die nächste Generation: Breno

Klinsis neuer Knochen

„Hier, damit du mal so groß und stark wirst wie Breno“, hört man schon die Mütter sagen, wenn sie ihren Söhnen Nährstoffe einverleiben wollen. Eben war dieser Breno vom FC Bayern selbst noch ein Jungelchen. Jetzt ist er ein Weltklasse-Stopper. imago images
Es heißt, um groß und stark zu werden, empfiehlt es sich, reichlich Milch zu trinken. Denn diese liefert neben vielen anderen wichtigen Nährstoffen und Spurenelementen besonders viel Kalzium. »Breno«, Bayerns neuer 18 Jahre alter Innenverteidiger und laut seines Vaters ein tüchtiger Milch-Trinker, soll so bald wie möglich als dieser kräftigende Mineralstoff in der Münchener Abwehr fungieren.

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Denn so wie Kalzium maßgeblich im menschlichen Körper am Muskelaufbau beteiligt ist, soll auch der stämmige 1,87 Meter große Brasilianer eine entscheidende Rolle in der Abwehrzentrale der Bayern übernehmen und seine Robustheit so geschickt einsetzen, dass sich gegnerische Stürmer an ihm die Zähne ausbeißen.

Gebiss und Knochen werden bekanntlich ebenfalls vom wichtigen Baustein Kalzium zusammengehalten. Logisch also, dass darüber hinaus Löcher-Stopfen in der Viererkette und Organisieren einer bruchsicheren Verteidigung zu seinen Pflichten gehören werden. Keine leichten Aufgaben für einen erst 18-jährigen, doch wenn man den Bayern-Offiziellen Glauben schenken darf, ist Breno trotz seiner Jugend diesen schon gewachsen – und das nicht allein aufgrund seines kräftigen Körpervolumens.

Grund genug für Uli Hoeneß und Co., schnellstmöglich tätig zu werden und das Erfolg versprechende Nahrungsergänzungsmittel schleunigst vom Markt zu kaufen.

36 Ligaspielen gerade mal 15 Gegentore

Führungsqualitäten bewies Breno schon in seiner ersten Saison in der brasilianischen Liga. Als sichere Stütze in der Abwehr und mit gefährlichen Vorstößen war er maßgeblich an dem Gewinn der Meisterschaft des FC Sao Paulos beteiligt. Insgesamt bestritt der Rechtsfuß in der vergangenen Saison 22 Spiele und erzielte dabei zwei Treffer. Des Weiteren stellte der hoch gewachsene Jungspund den entscheidenden Faktor einer bemerkenswert gut funktionierenden Abwehr dar, die in 36 Ligaspielen gerade mal 15 Gegentore zuließ.

Doch nicht nur allein Sao Paulo, die gesamte Liga erfreute sich am hoffnungsvollen Talent und Sportjournalisten wählten »Breno« Vinicius Rodrigues Borges letztendlich sogar zur »Entdeckung der Saison«.
Einleuchtend, dass daraufhin auch die großen Klubs Europas auf den brasilianischen U-20-Nationalspieler und Kapitän der Olympia-Auswahl aufmerksam wurden. Neben den Bayern buhlte unter anderem Real Madrid um den Nachwuchsmann. Da jedoch der amtierende spanische Meister einen Knochentest zur Überprüfung Brenos, nicht etwa möglichen Kalziummangels, sondern Alters verlangte, verloren die Spanier zum einen das Vertrauen des Kickers und zum anderen das Rennen um den Transfer.

Das er sich schließlich entschied, an der Säbener Straße sesshaft zu werden, lag vielleicht auch daran, dass er dort mit Ze Roberto und Lucio zwei Landsmänner wieder treffen würde. Mit Letzterem soll die neue Nummer 35 dann bald, als Herzstück der Münchener Innenverteidigung, beim geneigten Zuschauer für ein wohliges Sicherheitsgefühl sorgen.

»Eine Verpflichtung für die Zukunft«

Druck auf eine andere Art wird der Neuzugang, der mit der angeblichen 12,3 Millionen Euro Ablösesumme den Bayern sogar mehr kostete als Weltmeister Luca Toni, vom Verein nicht verspüren müssen. Langsam soll er sich an seine neue Umgebung gewöhnen und zu einem ganz Großen heranwachsen. Auch deswegen bezeichnete Trainer Ottmar Hitzfeld ihn als »eine Verpflichtung für die Zukunft«. Der ehemalige Bayern-Angreifer und derzeitige Scout Giovane Elber ist sich ohnehin sicher, dass der kostspielige Wintereinkauf, trotz seines Alters, sich schon jetzt auf »Weltklasse-Niveau« befinde und wie eine »Granate« in der Bundesliga einschlagen werde.

Rückendeckung während der »Operation Europa« bekommt er dabei von seinen Eltern, die es sich nicht nehmen lassen, die ersten Ballkontakte ihres Sprösslings auf deutschen Rasen live mitzuerleben und ihm auf dem schweren Weg zum Weltstar Händchen zu halten – als Familienmensch fällt es nun mal schwer loszulassen.

Sich lange festhalten, sei es an Mutters Händen oder gegnerischen Trikots, wird Breno auf dem Spielfeld ohnehin nicht können. Dort muss er seinen eigenen Weg gehen und Schritt für Schritt mit robusten Zweikampfverhalten dafür sorgen, dass die Bayern-Abwehr wieder einen echten Knochen hat.