Die mexikanische Nationalmannschaft im Steckbrief

Der Traum vom Viertelfinale

Niemand war so oft bei einer Endrunde dabei, ohne je den Titel zu holen, wie Mexiko. Das wird sich so bald nicht ändern.

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Zahlen zum Team

FIFA-Rang: 15
WM-Teilnahmen: 16

Einwohner: 123 166 000

Noch eine Zahl zum Team

Sechs Mal in Folge ist Mexiko seit 1994 im Achtelfinale ausgeschieden.

Spitzname

El Tri

Der Trainer

Schon vor 20 Jahren arbeitete der Kolumbianer Juan Carlos Osorio im Training gerne mit den elastischen Bändern, die für Aufsehen sorgten, als Jürgen Klinsmann sie beim DFB einführte. Deswegen erhielt Osorio daheim den spöttischen Beinamen El Recreacionista – der Entspanner. Doch er kann auch aus der Haut fahren. Im Spiel um den dritten Platz beim Konföderationen-Pokal 2017 pöbelte er die Schiedsrichter so unflätig an, dass die FIFA ihn für sechs Länderspiele sperrte.

Der Kapitän

Mit 148 Länderspielen zählt Andres Guardado zu den erfahrensten Spielern im gesamten Turnier. In Deutschland kennt man den schmalen Mittelfeldmann aus seiner Zeit in Leverkusen. Die endete allerdings nach einem frustrierenden Halbjahr mit nur vier Bundesligaeinsätzen abrupt. Vielleicht lag es daran, dass Guradado in Leverkusen als Außenverteidiger eingekauft wurde, seine Stärken mit zunehmendem Alter aber eher im Zentrum zum Tragen kommen.

Der Star

Ebenfalls aus Leverkusen kennt man Javier Hernandez. Der Stürmer hinterließ in Nordrhein-Westfalen aber einen wesentlich besseren Eindruck als Guardado, traf verlässlich ins Tor und blieb demzufolge auch etwas länger. Also immerhin zwei Jahre. In Mexiko ist Hernandez sowieso längst Volksheld, kein anderer Spieler im aktuellen Kader kann von sich behaupten, halbwegs tragende Rollen in Vereinen wie Manchester United oder Real Madrid gespielt zu haben. Nur die vergangene Saison war eher zum Vergessen. Bei West Ham vergammelte Chicharito, die kleine Erbse, zum Ende der Saison auf der Bank. Er reist also ausgeruht zur Weltmeisterschaft. 


Stammtischwissen

Der Mexikaner Antonio Carbajal nahm als Erster an fünf Weltmeisterschaften teil.

Die Anekdote

Früher war Mexiko dafür bekannt, dass fast alle Profis in der heimischen Liga spielten. Zwischen 1994 und 2006 standen nie mehr als vier Legionäre im WM-Kader. Doch das hat sich gründlich geändert. 2010 reisten schon neun Auslandsprofis zur WM an und beim Turnier in Russland dürften sie zum ersten Mal im Kader in der Überzahl sein. Das liegt auch daran, dass Trainer Osorio seine Spieler zum Gang ins Ausland drängt. Vor einem Spiel gegen Costa Rica im März 2017 führte er das Beispiel des Costa Ricaners Celso Borges an, der früh nach Europa wechselte und sich dort stark verbessert hat. Osorio sagte: »Wenn ich Borges sehe, der eine gute Rolle bei Deportivo La Coruna spielt, dann muss der mexikanische Fußball dafür sorgen, dass mehr unserer Spieler ins Ausland gehen.« Drei Monate später wechselte Carlos Salcedo nach Frankfurt.