Die marokkanische Nationalmannschaft im Steckbrief

Die Löwen und der Fuchs

Egal, wie die Löwen vom Atlas mit Trainer Hervé Renard sich schlagen, Kapitän Benatia verspricht eine »unglaubliche WM-Party«. Wir sind gespannt.

imago

Zahlen zum Team

FIFA-Rang: 36
WM-Teilnahmen: 5

Einwohner: 35 740 000

Noch eine Zahl zum Team

2026 wollte Marokko endlich Gastgeber der Weltmeisterschaft werden. Den Zuschlag bekam stattdessen die Konkurrenz, bestehend aus den USA, Kanada und Mexiko. Zum vierten Mal entschied sich die FIFA damit gegen Marokko als Austragungsort.

Spitzname

Les Lions de l’Atlas

Der Trainer

Ein Tor verzeichnet die Statistik für den Fußballprofi Hervé Renard, der Abwehrmann schoss es Ende der Achtziger für Cannes. Als Trainer lief und läuft es deutlich besser. 2012 gewann er sensationell mit Sambia die Afrikameisterschaft, 2015 holte er den Titel mit der Elfenbeinküste. Es scheint, als hinge der Erfolg des Franzosen, der wegen seiner Vorliebe für weiße (und als solche durchaus identifizierbare) Designerhemden »Weißer Zauberer« gerufen wird, ursächlich mit Afrika zusammen. In Sochaux hielt es ihn ein halbes Jahr, ein Ausflug zum OSC Lille endete nach vier Monaten. 2016 übernahm Renard dann Marokko. Es glückte die erste WM-Quali seit 20 Jahren. Monarch Mohammed VI. gratulierte höchstpersönlich.

Der Kapitän

In München wurde Medhi Benatia nicht glücklich, und auch in Turin findet sich der marokkanische Abwehrchef öfter auf der Bank wieder, als ihm lieb sein dürfte. In der Nationalmannschaft führt dagegen kein Weg an ihm vorbei. Was wiederum kein Wunder ist, der Mann hat ein dermaßen breites Kreuz, dass Markus Söder ihn am liebsten in alle bayrischen Behörden gleichzeitig hängen würde. Für das Turnier in Russland versprach Benatia außerdem eine »unglaubliche WM-Party«. 

Der Star

Seit knapp fünf Jahren verbreitet Hakim Ziyech in der niederländischen Eredivisie Angst und Schrecken. Über Heerenveen und Twente Enschede landete der offensive Mittelfeldspieler bei Ajax Amsterdam, allein in dieser Saison schoss er neun Tore und bereitete 17 (!) weitere vor. Gut für Marokko: Obwohl Ziyech im niederländischen Dronten zur Welt kam, entschied er sich, für das Geburtsland seiner Eltern Fußball zu spielen. Gut für Ziyech: Hätte er sich anders entschieden, könnte er die WM nur im Fernsehen verfolgen. Noch besser für ihn: Spätestens nach der WM wechselt er in eine europäische Topliga.

Stammtischwissen
Marokko wurde bei der WM 1986 erster Gruppensieger aus Afrika. Im Achtelfinale scheiterten sie an Matthäus.