Die Leiden des jungen Wetters

Hallo und Tschüss?

Eigentlich wollte man sich etablieren im werbenden Sportsponsoring in Deutschland. Doch Vater Staat macht einen Strich durch die Rechnung. Wetten, dass...? Imago Vor der Saison gab der Wettanbieter "bwin" Partnerschaften mit mehreren deutschen Klubs bekannt. Auch im Ligapokal baute man sich eine Partnerschaft mit dem deutschen Profifußball auf. Neben Trikotsponsoring bei Vereinen wie 1860 München oder Bandenwerbung bei verschiedenen Klubs hieß das i-Tüpfelchen gar Vizemeister Werder Bremen. Bei der Präsentation der Werder-Trikots sah man auf der grün-weißen (oder auch grün-orangenen) Brust das "bwin"-Logo prangen.

Doch das Geschäft mit dem Glücksspiel sollte eben nicht von Erfolg gekrönt sein. Die neue Gesetzgebung, in vielen Bundesländern unterschiedlich, erlaubt dem Wettanbieter nicht überall, auf den Leibchen seiner Vertragspartner zu werben. Konsequenz: Auf Banden, der blauen Spielbekleidung der „Löwen“, vor allem aber der prestigeträchtigen Brust der Bremer steht nun anstatt des anfänglichen Werbelogos der ähnliche, (und zudem motivierende) Spruch: „We win!“ – die einzige Möglichkeit, das Werbeverbot zu umgehen.

Dies als Dauerzustand zu akzeptieren, fällt den Machern des Sponsors schwer, investiert man doch Millionen, um den eigenen Namen gut platziert und publikumswirksam in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Rund 25 Millionen Euro fließen aus der "bwin"-Zentrale pro Jahr in den deutschen Sport.
Jetzt soll ein Schlussstrich gezogen werden, "bwin" will sich von mehreren Engagements in Deutschland trennen, Gerüchten zufolge insbesondere von solchen, bei denen ihnen die Verwendung ihres Logos verwehrt bleibt – Leidtragender wäre also möglicherweise auch der SV Werder. Unternehmenssprecher Hartmut Schultz in einem Mix aus Beruhigung und Dementi: „Wir wollen nicht, dass bei unseren Partnern Verunsicherung entsteht. Derzeit ist kein Rückzug aus einzelnen Engagements beschlossen. Allerdings ist es richtig, dass wir auf Grund der schwierigen gesetzlichen Situation unsere Präsenz überprüfen.“

In Bremen und anderswo wird man hoffen, dass dieses Statement glaubwürdiger ist als Treueschwüre von Funktionären für Trainer...
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