Die Lehren des Spieltags (8)

Spieler, Trainer, Vorstand raus!

 

Konstant unkonstant

 

Drei Sekunden dauerte der Jubellauf von Christian Pulisic, nachdem sein Schuss die Ingolstädter Linie überquert hatte. 3:3 in allerletzter Minute – Zeit zum Abzappeln? Nein. Borussia Dortmund wollte mehr. Wollte unbedingt noch den Siegtreffer. Drei Punkte. Doch es sollte nicht mehr sein.

 

Es wäre auch nicht verdient gewesen. Denn der Dortmunder Drang zur Rotation inklusive Leistungseinbruch in der ersten Halbzeit plus Ingolstädter Offensivmut ergaben eine Achterbahnfahrt für Tuchel und Co., die schwindelig und mit nur einem Punkt aus der Gondel ausstiegen. Dass der BVB auch nach 0:2-Pausenrückstand und abermaligem Rückstand seine Aufholjagd nicht beendete, ist lobenswert und beweist Charakter. Am Ende gewann der FC Bayern München trotzdem zwei weitere Zähler Vorsprung.

 

Spätestens als Hans-Joachim Watzke im ZDF-Sportstudio dann auch noch die Favoritenrolle an den FC Bayern verteilte und die eigenen Meisterschaftsansprüche intensiv und glaubhaft von sich wies, war klar: Sollten nicht RB Leipzig oder Hertha BSC weiter über ihren Möglichkeiten spielen, dürfte die Bundesligasaison in dieser Hinsicht wieder einmal unspektakulär enden.

 

 

Etwas leiser

Den Albert Streit in Gold erhält Norbert Meier für seinen Torjubel nach dem 2:1 der Darmstädter. Mit der regenwasserbeschlagenen Brille lief Darmstadts Coach in die falsche Richtung und umarmte den vierten Offiziellen im wilden Sprung. Die richtige Reaktion in Zeiten der Tribünenverweise und Schuldzuweisungen. Zugegeben: Der Mann vom DFB fand Meiers gelebten Enthusiasmus nur halb so witzig, aber jeder neue Weg ist steinig. Wir wollen Norbert Meier mit dieser Auszeichnung für sein soziales Engagement ehren und ermutigen.

 

Weniger witzig war hingegen Meiers Reaktion auf das entscheidende 3:1. Mit dem demonstrativen Lauf vor der Wolfsburger Bank, wo der Neuling Valerien Ismael versteinert saß, wäre es schon zu viel gewesen. Die anschließende Brandrede in Richtung Konkurrenz mit nacktem Finger hätte sich Meier jedoch genauso sparen können. Mit Blick in Richtung Roger Schmidt sollte man in dieser Szene vermeiden mit zweierlei Maß zu messen.

 

 

Spieler, Trainer, Vorstand raus!