Die Lehren des Spieltags (3)

Protestwahl: Bundesliga

Damit ihr auch am Sonntag mitreden könnt: die fünf Lehren der gestrigen Samstagskonferenz.

Imago

Hingeschaut

Der Videobeweis. Chip im Ball. Oder Einsprüche seitens der Trainer – was wurde in den letzten Jahren nicht diskutiert, was passieren müsse, um Fehlentscheidungen zu korrigieren und den Fußball wieder fairer zu gestalten. Und dann zeigte uns Tobias Christ, wie es eben auch geht. Der Assistent von Christian Dingert machte einfach mal seinen Job und passte beim Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen ganz genau auf. Als Makoto Hasebe beim Stand von 0:0 eine Notbremse gegen Chicharito zog, sah Christ, dass der Aktion zuvor ein Handspiel Leverkusens vorangegangen war. Und verhinderte nach seinem Einspruch bei Chef Dingert den sonst fälligen Platzverweis. Wir beantragen bei der Brigade Hartmut Strampe die Ehrenassistentseckfahne in Gold. Klasse gesehen!

Apropos sehen: Wer hat bei Leverkusens Trikothersteller eigentlich nicht hingeschaut? Das Ausweichtrikot in den Firmenfarben Bayers ist das hässlichste Jerseyerzeugnis seit Jorge Campos seine mexikanischen Handschuhe an den Nagel gehangen hat. Glückwunsch zu diesem Titel.

Überlegen

Nachdem Borussia Dortmund in Leipzig alle Chancen auf die deutsche Meisterschaft verspielte, scheint die Mannschaft trotzig weitermachen zu wollen. Sicher, drei Punkte auf den FC Bayern sind vermutlich nicht mehr aufzuholen, aber es gilt noch einige vereinsinterne Rekorde und Bestmarken zu knacken.

Zugegebenermaßen stellte schon manche Fan-Mannschaft einen besseren Gegner dar als die völlig verunsicherten und ohne Kapitän Aytac Sulu angetretenen Darmstädter. Trotzdem war der 6:0-Sieg von einer derartigen Selbstverständlichkeit, dass wir noch jetzt beflissen mit dem Kopf nicken. Wer Spieler wie Emre Mor, Shinji Kagawa oder Sebastian Rode einwechseln kann, um seine sechs Tore von fünf verschiedenen Spielern erzielen zu lassen, der könnte vielleicht sogar drei Punkte auf den FC Bayern aufholen.

Uns stellt sich deshalb nur noch eine Frage: Was ist denn das, Borussia?