Die Lehren aus der Dortmunder Niederlage gegen Real

Andere Klubs hätten Fantastilliarden ausgeben müssen

Wie schwer es werden wird, das kratergroße Loch zu füllen, das Robert Lewandowski hinterlassen wird, zeigte das Spiel in Madrid und lassen schon die Post-Götze-Umbauarbeiten zu dieser Saison ahnen. Pierre-Emerik Aubameyang wirkt oft genug – und auch diesmal – wie ein David Odonkor für Reiche: unglaublich schnell, zudem elegant am Ball und zugleich wahnsinnig unbedarft. Bei Henrik Mkhitaryan hingegen gibt es genau das entgegengesetzte Problem, dem Armenier konnte man auch in Madrid mal wieder beim Zergrübeln seines Potenzials zuschauen. Jungs wie Erik Durm oder Jonas Hofmann hingegen werden sicherlich gute Bundesligaprofis werden, aber für Phantasien in Richtung internationalem Spitzenfußball geben sie nicht unbedingt Anlass.

Wo ist nur das Pressing hin?

Es sind aber nicht nur die Einzelteile, auch die ganze Maschinerie, auf der mal in Flammenschrift »Pressingmonster« gestanden hat, muss neu zusammengeschraubt werden. Der BVB stürzt sich nur noch selten so auf seine Gegner, dass es einen wohlig schauern lässt, Klopps Spieler sind bestenfalls Teilzeitmonster. Vielleicht braucht es aber auch eine Borussia 3.0, denn natürlich ist der Verdacht nicht ausgeräumt, dass die Dortmunder Verletzungsmisere dieser Saison nicht nur Folge von Pech sondern des kraftraubenden, alles fordernden Spiels ist.

Die Sensation war eine Sensation

Vielleicht gibt es aber auch noch ein weitergehende Pointe, dass nämlich die Dortmunder Sensation der letzten Jahre eben genau das war: eine Sensation, die sich nicht endlos verlängern lässt. Nicht jeder talentierte Stürmer entpuppt sich als Weltklassemann, nicht jeder mittelmäßige Angreifer lässt sich in einen Weltklasse-Verteidiger umschulen. Und nicht jedes vielversprechende Talent hält alle Versprechungen und übertrifft sie noch. Der BVB hat mit viel Geschick und Glück ein Niveau erreicht, für das andere Klubs Fantastilliarden ausgeben müssen. Wahrscheinlich wird die Borussia sehr viel investieren müssen, um diese Qualität am Ende so nicht mehr zu erreichen.