Die Lehre des Spieltags (14)

Die 70er-Ideen leben noch

Dass Leipzig in dieser Saison auch mal ein Spiel verlieren werde, war hingegen abzusehen. Trainer Ralph Hasenhüttl schien dieser Umstand auch nicht besonders zu kümmern. In der nächsten Woche stehen die Topspiele gegen Hertha BSC und den FC Bayern München an. Die verlorene Tabellenführung ließe sich da schon wieder geradebügeln. Hasenhüttl sollte es aber zu denken geben, dass ihn seine alte Mannschaft mit seinen alten Mitteln schlug.

 

Ekliger Fußball war es, den Ingolstadt über einen Großteil des Spiels zeigte. Von Engagement und Leidenschaft, sprach Maik Walpurgis. Dass sich die Jungs den Sieg erkämpft hätten. Natürlich auch durch taktisches Verschieben. Ganz so als würde ein Bezirksligatrainer erstaunt darüber philosophieren, dass die Ideen der 70er immer noch funktionieren. Dass Draufgehen manchmal besser als Pressing ist.

 

Der bemühte Werner

 

Dabei war nicht alles hässlich: Nur zwei Fouls mehr spielten die Hausherren über die gesamte Zeit. Die Gelb-Rote Karte von Matthew Leckie war in ihrer Entstehung zwar etwas dämlich, aber beim Stand von 1:0 in der 94. Minute auch nicht wirklich schmerzhaft. Auch die Pfiffe gegen Timo Werner sind noch kein Fall für den Gerichtshof für Menschenrechte. »Es ist keine Situation, wo er darauf warten kann, dass er geschützt wird. Das war heute so zu erwarten«, sagte sein eigener Trainer Hasenhüttl. Die ständigen Rufe und Pfiffe nahmen Werner, der sich mehrfach angestrengt darum bemühte nicht zu fallen, trotzdem komplett aus dem Spiel.

 

Abstieg noch nicht besiegelt

 

Pathetisch gesagt gewannen Spieler und Fans als Einheit mit 1:0. Schlusslicht schlägt Tabellenführer und zeigte damit allen, dass die Bundesliga vielleicht doch kein schlechter Ort ist. So wie es vor ihnen durch ähnlichen Einsatz bereits Eintracht Frankfurt (gegen Bayern und Dortmund) oder Hertha (gegen Dortmund) bewiesen. Viel wichtiger für die Schanzer: Der Abstieg ist noch lange nicht besiegelt.

Zu hoffen ist nur, dass Maik Walpurgis nie wieder von einem Hexenkessel spricht. Dann könnten wir auch wieder auf diese bescheuerten Überschriften verzichten.

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