Die Lehre des Spieltags (14)

Walpurgisnacht

Am Samstag schlug der Tabellenletzte FC Ingolstadt den Spitzenreiter aus Leipzig. Das zeigt: Alles ist möglich in der Bundesliga. Zumindest für Ingolstadt.

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Wenn ausgerechnet FCI-Trainer Maik Walpurgis von einem »Hexenkessel« spricht, dann weiß man, dass es gerade irgendwo gebrannt hat. Seine Spieler sahen nach Abpfiff in jedem Fall so aus, als hätten sie für diesen 1:0-Sieg auch ein Feuer gelegt – um mal klammernd im Bild zu bleiben.

 

Den Sieg über Tabellenführer RB Leipzig hatte sich das Schlusslicht nach Ansicht aller Beteiligten jedenfalls redlich verdient. Zum ersten Mal seit über einem Monat schoss Leipzig in den ersten fünf Minuten kein Tor. Zum ersten Mal seit einer Woche fiel Timo Werner nicht im gegnerischen Strafraum.

 

Durchmarsch beendet

 

Ersteres ereignete sich, weil Ingolstadt gnadenlos verteidigte. Nicht nur in der Anfangsphase, sondern konstant durch das Anlaufen des Leipziger Aufbauspiels, dem Zustellen der Doppelsechs Demme/Keita und einer robusten Zweikampfführung im zweiten Spieldrittel. Noch nie, so sagten es gleich mehrere Ingolstädter über ihren Trainer Walpurgis, hätten sie eine so gute Gegneranalyse erhalten wie vor dem Spiel gegen Leipzig.

 

Immerhin: Für Walpurgis war es das sechste Spiel gegen die Sachsen. Und eine nette Revanche für die Relegationsniederlage zur Regionalliga, die er 2013 als Trainer von SF Lotte vertragen musste. Mit dem Sieg über Walpurgis, so könnte man sagen, begann der Leipziger Durchmarsch. Ausgerechnet Walpurgis stoppte den Durchmarsch – endlich.

Die Tradition

Anekdote: Das Wiedersehen mit dem Trainer und das vierte Spiel gegen Ingolstadt nutzte mancher Leipziger Fan, um freudestrahlend zu erkennen: »Die Tradition! Sie entwickelt sich.« Aussagen, die betroffen machen.