Die Lehre des Spieltags (11)

Asketisches Understatement

Vielleicht wäre das Siegtor auch schon früher gefallen, wenn Goretzka, Bentaleb, Meyer oder Schöpf an ihre Leistungen aus den Vorwochen angeknüpft hätten. Vielleicht fehlte auch eine Naturgewalt wie Breel Embolo. Der Schweizer, der mit seinem Doppelpack im Oktober gegen Gladbach für die Wende sorgte, verletzte sich eine Woche später in Augsburg. Es spricht erneut für den Verein und die Vereinsführung, dass sich auch dadurch niemand aus der Ruhe bringen ließ.

Naldo – Nastasic – Höwedes

 

Entscheidend ist dabei die drastische Verbesserung der Defensivarbeit. An Naldo und Matija Nastasic, die sich in den ersten Wochen noch vor Slapstickeinlagen überboten, wurde festgehalten. Zusammen mit Höwedes bilden sie mittlerweile eine stabile Dreierkette, die in den letzten zehn Spielen nur noch fünf Gegentore kassierte.

 

»Man hat trotz alledem gemerkt, dass Markus Weinzierl die Mannschaft im Griff hat und den Neuaufbau mit Kontinuität vorantreibt. Das war schön mitanzusehen. Auch die Spieler profitieren davon«, hatte S04-Legende Olaf Thon unter der Woche erkannt, als er den neuen Schalker Weg lobte und schon wieder von internationalen Wettbewerben sprach.

Die Vermeidung von Misserfolg

Soweit sollte auf Schalke jedoch niemand denken. Das System zwischen Weinzierl und Heidel, die ihren jahrelangen Erfolg – beziehungsweise die Vermeidung von Misserfolg – jeweils auf asketischem Understatement aufbauten, scheint sich ganz langsam auch in Königsblau durchzusetzen. Zehn Spiele ohne Niederlage sprechen für sich.

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