Die Lehre des Spieltags (11)

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Seit zehn Pflichtspielen ist Schalke 04 ungeschlagen. Weil alle ruhig geblieben sind. Beim 1:0-Sieg in Wolfsburg wurde aber deutlich, dass Königsblau noch nicht wieder zur Bundesliga-Elite gehört.

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Seit zwei Monaten hat der FC Schalke 04 kein Spiel mehr verloren. Damals, am 5. Spieltag der neuen Bundesligasaison hatten die Knappen gerade mit 1:2 in Hoffenheim gespielt und Trainer Markus Weinzierl stand als Tabellenletzter bereits mit dem Rücken zur Wand. Statt Horst Heldt stand nun Christian Heidel vor den Kameras und bat um Geduld wie sein glückloser Vorgänger. Das Ende vom Neuanfang war bedrohlich nahe.

 

Heute klingen diese Sätze schon wieder nach einem Griff in die Geschichtsschatulle. Denn es folgten endlich Siege. Erst in der Europa League gegen RB Salzburg, vier Tage später wurde auch Borussia Mönchengladbach mit 4:0 aus der eigenen Arena geschossen. »Wenn du nach so einem Saisonstart jetzt mit 4:0 gewinnst, ist es eine Riesenerleichterung«, gestand Weinzierl.

Heidel hält fest

 

Vielleicht hätte er mit einer sechsten Niederlage bereits gegen Augsburg nicht mehr auf der Bank gesessen, wahrscheinlich hätte Heidel noch an ihm festgehalten. Trotzdem möchte man sich gerne mit einer Maxi-Packung Q-Tips in die Ecke setzen und seine eigenen Ohren noch einmal befragen: Was haben wir da gehört? Seit zehn Spielen ist diese Mannschaft ungeschlagen?

Wozu die neue Ruhe auf Schalke im Stande ist, zeigte sich am Samstag in Wolfsburg. Es war kein schönes Spiel. Mit weniger Höhepunkten als in einem schwachbesuchten Erotik-Kino. Aber Schalke war zumindest weniger schlecht. Max Meyer und Leon Goretzka hatten kurz nach der Pause die besten Gelegenheiten. Warum Felix Zwayer den fälligen Strafstoß an Benedikt Höwedes nicht pfiff, bleibt sein Geheimnis. Es war die einzige Szene, in der die Spieler in Blau aus der Fassung gerieten.