Die kuriosesten Vereinsnamen im Fußball (2)

Edel-Fan »Chupa« und eine Schlacht im dummen Krieg

Im Derby 1993 wurde um den Standort der Fans gespielt. The Strongest siegte und die schwarz-gelben Hinchas finden sich seitdem auf der Südseite des Stadions wieder. Die bedeutendste »Barra« — so werden die Fan-Gruppen genannt — ist die »La Gloriosa Ultra Sur«, die ihre Kurve mit unzähligen Fahnen und der für Südamerika so typischen Kapelle regelmäßig in ein Tollhaus verwandelt. Ableger der »Barra« gibt es mittlerweile gar in Argentinien und New York.

Der berühmteste Fan aber war Raúl »Chupa« Riveros. Bis zu seinem Tod vor zwölf Jahren reiste er The Strongest für mehr als 30 Jahre überall hinterher. Noch heute feiern die Anhänger seinen Geburtstag am 27. September als »día del hincha gualdinegro« — als Tag der schwarz-gelben Fans. »Chupas« Markenzeichen war sein schwarzer Hut mit gelbem Band sowie sein berühmter Ausruf: »K'alatakaya Huarikasaya«. Grob übersetzt heißt das so viel wie »Die Steine brechen, das Vicuña (ein Alpaka-ähnliches Tier Boliviens) zittert« und soll die Stärke des Vereins symbolisieren. The Strongest eben.

Eine sinnlose Schlacht

Diesen Namen haben sich nach dem Vorbild des bolivianischen Originals über die Jahre 13 andere Teams in Südamerika gegeben. Sogar eine Schlacht im sogenannten Chacokrieg wurde nach dem Fußballklub aus La Paz benannt. Mehr als ein Drittel der Vereinsmitglieder waren in den frühen 1930er Jahren gegen Paraguay in den Krieg gezogen. Eine erfolgreiche Offensive der bolivianischen Armee bekam daraufhin den Namen »Batalla de Cañada Strongest« verpasst.

Den Krieg verlor Bolivien trotzdem, die Menschen sprachen von »la guerra estúpida«, dem dummen Krieg. Bolivien und Paraguay kämpften um ein Stück Grenzregion, fast 100.000 Menschen starben. The Strongest leistete in den Folgejahren seinen Beitrag zur Normalisierung des Landes und war einer der ersten Klubs, in dem paraguayische Spieler wieder zugelassen wurden. Dabei hatten viele der »Stronguistas« ihr Leben im Krieg verloren, darunter auch Spieler der ersten Mannschaft. Ein starker Vereinsname schützt eben vor vielem, nicht aber vor der Sinnlosigkeit des Krieges.

>>> Hier entlang zu Teil 1 unser Vereinsnamen-Serie über die Young Boys Bern.