Die krummen Dinger von AS-Monaco-Besitzer Rybolowlew

Trennt sich Rybolowlew bald von der AS Monaco?

Bereits 2015 war der Champions-League-Finalist von 2004 wegen massiver Verstöße gegen das Financial Fairplay von der UEFA »verurteilt« worden. Immerhin hatte die AS Monaco im Jahr 2013 rund 150 Millionen Euro für Transfers (u.a. Falcao, James und Joao Moutinho) rausgeblasen. Bei der Ahndung der damit einhergehenden FFP-Verletzungen ließ sich die UEFA jedoch auf einen seltsam weichen Deal mit den geständigen Monegassen ein: Der Spielerkader der AS durfte in europäischen Wettbewerben übergangsweise die Zahl von 22 Akteuren nicht überschreiten. Außerdem wurde Monaco zur Kasse gebeten. 13 Millionen Euro betrug die Geldbuße, wobei: zehn Millionen davon waren lediglich auf Bewährung verhängt worden. Bezahlen musste Rybolowlews Klub also lediglich drei Millionen.

Interessanterweise hieß der UEFA-Generalsekretär zum Zeitpunkt dieser Witz-Bestrafung: richtig, Gianni Infantino. Der heutige Präsident des Weltverbandes FIFA ist gerade mal wieder schwer in den Schlagzeilen, u.a. durch die Abschaffung des nervigen Begriffs »Korruption« aus dem FIFA-Ethikcode.

Außerdem verhalf Infantino in seiner UEFA-Zeit laut den Spiegel-Recherchen zu »Football Leaks« mächtigen Klubchefs wie Scheich Mansour (Besitzer von Manchester City) zu ultra-gnädigen Urteilen bei Financial-Fairplay-Verstößen. »Du wirst sehen, dass ich manchmal einen Ausdruck gewählt habe, der etwas ,strenger' aussieht«, schrieb er laut »Football Leaks« in einer E-Mail an den City-Boss, deren Echtheit die Fifa nicht einmal bestreitet. »Ich möchte Dir für Dein Vertrauen danken und Du weißt: Du kannst auch mir vertrauen.«

Trennt sich Rybolowlew bald von der AS Monaco?

Von derlei kuscheligem E-Mail-Verkehr zwischen Infantino und Dmitri Rybolowlew ist aktuell nichts bekannt. Ohnehin hat der Magnat der AS Monaco gerade andere Sorgen als das Financial Fairplay der UEFA. Wie es scheint, will die Justiz des Fürstentums im vorliegenden Korruptionsfall ernst machen. Beweise dürften vorhanden sein – ausgerechnet dank Rybolowlews Anwältin: Um Kunsthändler Bouvier zu belasten, überließ diese einem Richter ihr Handy, mit dem sie ein Gespräch zwischen ihrem Mandanten und Bouvier aufgezeichnet hatte. Blöderweise fand der Richter auf dem Gerät auch zahlreiche Hinweise darauf, dass Rybolowlew seit Jahren Monacos Beamte schmierte: Die Begünstigten hatten sich teilweise per E-Mail für großzügige Geschenke und Einladungen zu Luxusreisen bedankt.

Übrigens: Eines der Gemälde, die in dem Kunst-Krimi um Rybolowlew eine Rolle spielen (Das Werk »Salvator Mundi«, angeblich von Leonardo Da Vinci), soll eine glatte Fälschung sein – jedenfalls gibt es Indizien, die dafür sprechen: Der in dem Bild porträtierte Jesus Christus hält eine Glaskugel in der Hand, doch darin zeigt sich keine Brechung, wie es bei einem runden Glasobjekt zu erwarten wäre. Leonardo Da Vinci aber galt als Experte im Fach der Optik und als äußerst detailversessen. Daher, so geben führende Experten zu Bedenken, wäre es zutiefst verwunderlich, wenn der Meister die Brechung nicht berücksichtigt hätte.

Nun ja, zumindest dieses blöde Bild ist Dmitri Rybolowlew wieder losgeworden. Er verkaufte es 2017 via Auktionshaus »Christies« für 450 Millionen Dollar an das Kulturministerium von Abu Dhabi. Insider behaupten, Rybolowlew wolle sich demnächst auch von der AS Monaco trennen.