Die höchsten Siege der Champions League

No limit

Der 7:0-Erfolg von Olympique Marseille gegen MSK Zilina war der höchste Auswärtssieg in der Champions-League-Historie. Aber längst nicht das torreicheste Spiel dieses ruhmreichen Wettbewerbs. Unsere Top Ten. Die höchsten Siege der Champions League
1.
Feyenoord Rotterdam – KR Reykjavik 12:2
(17. September 1969, 1. Runde)


Wir lehnen uns mal ganz weit aus dem Fenster und behaupten: Die Saison 1969/70 war ein gutes Jahr für Menschen, die Fußball gucken um möglichst viele Tore zu sehen. Feyenoords schallende Ohrfeige gegen Islands Vertreter KR ist da nur die Speerspitze. Weiter Beispiele gefällig? Leeds United – SFK Lyn Oslo 10:0; Legia Warschau – UT Arad 8:0; Roter Stern Belgrad – Linfield FC Belfast 8:0; Real Madrid – Olympiakos Nicosia 8:0.

[ad]


2.
Ipswich Town – Floriane FC 10:0
(18. September 1962, 1. Runde)


Das waren noch Zeiten, als Fußballer-Nacken lang behaart, Spielerfrauen noch »Fußballer-Bräute« und mit Vornamen Ilka hießen und man die »Kleinen« im Fußball getrost als klein bezeichnen durfte: Bereits im Hinspiel hatte der englische Meister Ipswich Town unter der Leitung des späteren englischen Nationaltrainers Alf Ramsey den Meister aus Malta mit 4:1 niedergemacht, das Rückspiel in England artete zu einem wahren Schlachtfest aus: 10:0, darunter fünf Tore von Stürmer Ray Crwaford. Dumm nur, dass Ipswich in der 2. Runde auf den späteren Sieger AC Mailand traf – und verlor.

3.
Manchester United - RSC Anderlecht 10:0
(26. September 1956, 1. Runde)


Zweites Jahr im Europapokal der Landesmeister, erste Teilnahme eines englischen Meisters: Nachdem die FA 1955 den FC Chelsea zurück gepfiffen hatte, durfte sich zur Saison 1956/57 Manchester United ins internationale Getümmel wagen. Und was für ein Einstand: Die »Busby Babes«, jene ruhmreiche United-Generation, die zwei Jahre später beim Flugzeugabsturz von München so tragisch auseinander gerissen wurde, fegte den RSC Anderlecht mit 10:0 vom Platz. Sieben der zehn Tore erzielte das Duo Dennis Viollet und  Tommy Taylor. Beide sollten auch am Ende der EC-Saison die Torschützenliste anführen.

4.
Bayern München – Omonia Nicosia 9:0
(24. Oktober 1972, 2. Runde)


Wohl dem, der einen Gerd Müller in seinen Reihen weiß: Der Stürmer mit den monströsen Oberschenkeln klopfte 1972 den zyprischen Meister aus Nicosia weich, beim 9:0 im Hinspiel netzte Müller fünfmal, im zwei Tage später stattfindenden Rückspiel (4:0) immerhin noch zweimal ein. Sieben Tore, das hätte in der EC-Saison 1972/73 bereits gereicht um Torschützenkönig zu werden. Was machte Müller? Schoss noch fünf weitere Treffer im Wettbewerb und hatte am Ende zwölf Hütten auf der Habenseite stehen. Zweiter der Torschützenliste: Ferenc Bene von Ujpest Dozsa Budapest mit sechs Treffern...

5.
Real Madrid – CF Sevilla 8:0
(23. Januar 1958, Viertelfinale)


Totgesagte leben länger: Alfredo di Stefano, die Auszeichnung zu »Europas Fußballer des Jahres« 1957 noch frisch in der heimischen Vitrine, soll sich vor dem Viertelfinal-Hinspiel gegen Ligakonkurrent Sevilla in einem Formtief befunden haben. Was man so alles als »Formtief« beschreibt – gegen Sevilla gelangen dem überragenden di Stefano vier Tore, Sevilla wurde vor 77 000 Zuschauern aus dem Santiago Bernabeu geprügelt. Mit einem 2:2 im Rückspiel verabschiedeten sich die Andalusier wenigstens anständig aus dem Wettbewerb, den Real später mit 3:2 gegen den AC Mailand gewann.



6.
FC Liverpool - Besiktas Istanbul 8:0
(6. November 2007, Vorrunde)


Istanbul – da werden Erinnerungen wach bei den »Reds«. Die Mannen um Didi Hamann drehten dort eines der unfassbarsten Endspiele der Cup-Geschichte. Und das Gastspiel von Besiktas an der Anfield Road hatte anscheinend stimulierende Wirkung, acht Tore sprechen für sich. Die »Adler« vom Bosporus waren anscheinend ihrerseits von Erinnerungen begleitet, allerdings von schlechten. Sieben Jahre zuvor kassierten sie bereits sechs Tore auf der Insel, gegen Leeds. Britisches Understatement sieht anders aus.

7.
Olympique Lyon - SV Werder Bremen 7:2
(8. März 2005, Achtelfinale)


Werder zurück im Konzert der Großen. Und ja, für Wunder sind die Bremer bekannt, wenn es international um die Wurst geht. Allerdings auch für negative: Schon das Hinspiel ging mit 0:3 in die Binsen, im Rückspiel brachen dann alle Dämme. Lediglich Johan Micoud und Valerien Ismael hielten gegen ihre Landsleute dagegen, ansonsten war es das Zeitalter der Davalas, Stalteris und Magnins. Man muss sich nicht wundern…

8.
Manchester United - AS Rom 7:1
(10. April 2007, Viertelfinale)

Viertelfinale in der Königsklasse! Im Hinspiel schickt die Roma einen DER Titelanwärter mit 2:1 zurück auf die Insel. Wer allerdings im Entscheidungsspiel einen Tanz auf Messers Schneide erwartet, wird bitter enttäuscht. Ronaldo, Rooney und Konsorten sind »on fire«, allen voran Ryan Giggs. Der bereitet die Tore zwei bis fünf vor und sorgt somit dafür, dass der Drops bereits zur Halbzeit gelutscht ist. Der AC Mailand revanchiert sich allerdings postwendend für diese Attacke auf den italienischen Fußball und kegelt United im Halbfinale aus dem Wettbewerb.

9.
Paris St. Germain - Rosenborg Trondheim 7:2
(24. Oktober 2000
, Vorrunde)

Die Norweger sorgten 2000 für mächtig Wirbel in ihrer Gruppe, in der auch der FC Bayern vertreten war. Im Hinspiel nahm man den Franzosen die Salami vom Baguette und gewann überraschend mit 3:1. Es folgte ein Kantersieg über die schwedischen Kollegen von Helsingborg IF, die man sage und schreibe 6:1 besiegte. Das war's dann aber auch mit der Herrlichkeit: Erst ging das Rückspiel gegen Helsingborg mit 2:0 verloren, ehe das Unheil in Paris seinen Lauf nahm. Bitter.    

10.
MZK Zilina - Olympique Marseille 0:7
(03. November 2010, Vorrunde)

Auch in Zeiten, in denen es bekanntermaßen »keine Kleinen mehr gibt«, geschehen noch Zeichen und Wunder. So auch gestern Abend: Die völlig überforderten Slowaken luden ein zur launigen Torschuss-Party. Die Franzosen nahmen dankend an, allein André-Pierre Gignac schlug drei Mal zu. Olympique Marseille hatte übrigens bereits vor 18 Jahren für den ersten Kantersieg gesorgt, seit man Wettbewerb in »Champions League« unbenannt hatte: 1992 schlug man ZSKA Moskau mit 6:0 – und bestieg später Europas Fußball-Thron.