Die Highlights des Jahres, Teil 3: Juli - September

September

September 2013

Aufreger des Monats: Gareth Bale wird zum teuersten Spieler der Welt
Anfang September fand das ewige Hickhack um den Wechsel von Gareth Bale zu Real Madrid endlich ein Ende. Wochenlang beschäftigte der mögliche Transfer des Walisers die Medien. Würde Bale nicht am Ego Cristiano Ronaldos scheitern, zumal beide auf der linken Außenbahn beheimatet sind? Ist »Englands Fußballer des Jahres« 2013 nicht zu verletzungsanfällig? Kann ein Spieler allen Ernstes 100 Millionen Euro wert sein? Die Wahrheit liegt wie immer auf dem Platz. Dort war von Bale zunächst nicht viel zu sehen, er fiel zu Saisonbeginn verletzt aus. Inzwischen hat er sich im Starensemble der Königlichen längst zurecht gefunden. 14 Scorerpunkte in zehn Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Ob ein Spieler tatsächlich 100 Millionen Euro wert ist, wird sich allerdings selbst auf dem Rasen niemals klären lassen. Nur gut, dass die offizielle Transfersumme mittlerweile auf 91 Millionen beziffert wird.

Spieler des Monats: Thomas Hitzlsperger
Während Gareth Bale den nächsten Schritt zum Weltstar nahm, beendete Thomas Hitzlsperger relativ unbemerkt seine Karriere. Nach 51 Länderspielen und mit 31 Jahren befand »The Hammer«: »Ich finde, es reicht.« Er war WM-Dritter, EM-Zweiter und deutscher Meister mit dem VfB Stuttgart. Zusammen mit René Adler und Arne Friedrich unterhielt er für die »Zeit« eine Kolumne mit dem Titel »Alles außer Fußball«. Auch nach der Karriere hielt er kritisch Distanz zum Profi-Zirkus. »Es geht zu früh um zu viel«, sagte Hitzlsperger, obgleich er selbst mit gerade einmal 18 Jahren den Sprung nach England wagte, wo sein Karriere dann Fahrt aufnahm. Auch wenn wir uns sicher sind, dass er sich nicht einreihen wird in die Riege der Ex-Profis, die vom alten Leben nicht lassen können, wünschen wir: Alles Gute!

Video des Monats:
Der FC Barcelona spielt auch unter dem neuen Trainer Gerardo Martino noch Fußball für sehr, sehr Fortgeschrittene. Zum Ensemble der Zauber-Zwerge gesellte sich zu Beginn dieser Saison zudem noch Brasiliens Wunderkicker Neymar, der sich schneller in das System Barca eingliederte, als es mancher Experte für möglich hielt. Trost für alle Normalsterblichen liefert dieses Video, das uns zum millionenfachen Weltfußballer des Jahres Lionel Messi endlich die magischen Worte sagen lassen könnte: »Ich hätte den gemacht.« Nur blöd, dass wir uns bei der Entstehung der Chance vermutlich alle Beine gebrochen hätten.



Schlagzeile des Monats: »Wir müssen raus aus der Komfortzone«
Matthias Sammer in seiner Paraderolle: der Mahner. Anlass für die Generalkritik war nicht etwa eine derbe Packung oder ein bräsiges Medientheater um Spieler, die über die Stränge schlugen, sondern ein dröger 2:0-Heimsieg über Hannover 96. Sammer legte den Finger gewohnt schmerzfrei in die Wunde und fabulierte auf den Punkt: »Pep hin, Pep her, Pep hoch, Pep runter.« Das musste mal gesagt werden. Inzwischen führt der FC Bayern die Liga bequem an. Klingt verdächtig nach Komfortzone. Matthias Sammer: Walten Sie Ihres Amtes!