Die Highlights des Jahres #3: Juli - September

»Jessica reitet auf Mario Basler«

September
 
Aufreger des Monats: der HSV
Ein Riesenspaß für alle von 18 bis 87: der HSV im Jahr 2016. Fast so amüsant wie im Jahr 2015. Oder im Jahr 2014. Oder anders: Menschen, die in den letzten Jahren HSV-Tickets gekauft haben, kauften auch: alle Staffeln von »Gute Zeiten, schlechte Zeiten«, »Marienhof« und »Verbotene Liebe«. Das Schöne: Die Soap Opera in Hamburg bekommt täglich neues Futter. Fast immer mittendrin: Dietmar Beiersdorfer. Der Vorstandsvorsitzende entlässt Ende September Trainer Bruno Labbadia – nach einer knappen 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern. Man munkelt, dass Beiersdorfer bereits im Sommer mit einem Trainer-Wechsel geliebäugelt hat. In den kommenden Wochen ist der Vorstandsvorsitzende damit beschäftigt, einen neuen Sportdirektor zu finden, aber auch dieses Projekt entpuppt sich ähnlich kompliziert wie das Verfassen einer Doktorarbeit über Quantenphysik. Vielleicht liegt es an den Kandidaten. Vielleicht an dem HSV-Boss selbst. Beiersdorfers Kritiker zitieren jedenfalls gerne einen Satz, den ein ehemaliger Aufsichtsrat mal gesagt haben soll: »Didi ist der einzige Mensch, der im Supermarkt verhungert, weil er sich nicht entscheiden kann, was er kaufen soll.«

Spieler des Monats: Serge Gnabry
Werder Bremen geht es im Spätsommer ähnlich mies wie dem HSV. Die Bilanz nach vier Spielen: vier Niederlage, 3:11 Tore. Dazu das Pokalaus bei den Sportfreunden aus Lotte. Einziger Lichtblick in diesen düstern Tagen ist Neuzugang Serge Gnabry, der wenige Wochen zuvor schon bei Olympia geglänzt hat (sechs Spiele, sechs Tore). Als Werder am 17. September gegen Gladbach 1:4 untergeht, schießt der ehemalige Arsenal-Mittelfeldspieler ein Tor, bei dem uns heute noch ganz heiß wird (Video). Die »Bild« titelt: »Werder Schrott, Gnabry top!« Der Treffer wird später in der Sportschau zum »Tor des Monats« gekürt. Viktor Skripnik bekommt das nur noch am Rande mit. Der Trainer musste am 18. September seinen Stuhl räumen.

Video des Monats: Spieler vs. Ball
Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit des Balles. Wer weiß, wer die beiden Beinahe-Torschützen sind, schickt uns eine Mail an online@11freunde.de. Wir leiden immer noch mit ihnen und würden den beiden gerne ein Weihnachtsgeschenk machen.



Schlagzeile des Monats: »Jessica reitet auf Mario Basler«
Fußballprofis, die nach ihrer Karriere nichts werden, werden Experte – oder Gast in Fernsehshows. Gerne erinnern wir uns an die Sendung »Das Supertor« bei 9Live (Wikipedia: »Spielshow mit Torsten Knippertz und Uli Stein, bei der der Zuschauer über das Telefon, verbunden zu einem Fußballschussgerät ein Tor schießen soll, dass Uli Stein im Studio halten soll«). Großartig auch Ailton im Dschungelcamp. Schlimm hingegen Thorsten Legat. In welcher Show? In jeder! Auch Mario Basler schafft es 2016 mal wieder ins Trash-TV. Anfang September 2016 zieht er in das »Big-Brother«-Haus ein. Natürlich gibt es Stress. Etwa mit Ben Tewaag (ein Mann, der Uschi Glas' Sohn ist), der Basler als »Prolet« beschimpfte, worauf Basler ihn wiederum als »herumstreunenden Puma« betitelte. Oder mit Edona James (eine Frau, die mal ein Mann war), die angeblich mal was mit Marios Freund Stefan Effenberg hatte und deswegen, laut Basler, eine Familien-Zerstörerin sei. Mit Jessica Paszka (eine Frau, die schon mal in einer anderen TV-Show mitwirkte) geht Basler hingegen auf Tuchfühlung. Nicht wie Ronaldo mit Fernando Santos, sondern... Ach, ist auch egal. Schöne Weihnachten.