Die Highlights des Jahres #2: April - Juni

Sex-Skandal in Spanien und ein Wikinger im Stimmbruch

Juni

Aufreger des Monats: Sex-Skandal um De Gea

Iker Casillas oder David de Gea, das ist hier die Frage. Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque entscheidet sich gegen den erfahrenen Casillas und für den 25-jährigen Stammkeeper von Manchester United. Eigentlich ein stinknormaler Vorgang. Doch unmittelbar vor Beginn der EM machen Gerüchte die Runde. Das spanische Nachrichtenportal »El Diario« bringt De Gea mit einer Party des wegen verschiedener Vergehen angeklagten Porno-Produzenten »Torbe« in Verbindung. Dabei soll es zu sexuellen Übergriffen gegen zwei Frauen gekommen sein, an denen angeblich auch De Geas damalige U21-Mannschaftskollegen Isco und Muniain beteiligt waren. De Gea streitet die Gerüchte mit aller Vehemenz ab und sagt: »Die Sache liegt jetzt in den Händen meiner Anwälte. Ich bin sehr, sehr ruhig.« Keine Beweise, kein Rauswurf, De Gea spielt von Beginn an.

Spieler des Monats: Bastian Schweinsteiger
Verletzt, verdrängt, verpönt: Bei Manchester United wird Bastian Schweinsteiger von José Mourinho aus dem Profikader gestrichen. Ob der etatmäßige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft nach langer Zwangspause rechtzeitig seine Form für die EM in Frankreich finden wird, ist fraglich. Trainer Jogi Löw lässt Schweinsteigers Nominierung lange offen, für viele zu lang. Beim EM-Auftakt gegen die Ukraine nimmt Schweinsteiger auf der Ersatzbank Platz. In der 90. Minute betritt Schweinsteiger für Götze den Rasen, zwei Minuten später vollendet er zum entscheidenden 2:0-Sieg. Es folgt ein Jubellauf über den ganzen Platz, vorbei an Mitspielern, hin zur Außenlinie in die jubelnde Traube. Der Kapitän ist wieder da.

Video des Monats: Ein Isländer am Limit
Es ist ein Unding, dass Gudmundur Benediktsson nicht Sänger einer Black-Metal-Band, sondern Sport-Kommentator geworden ist. Als Österreich im alles entscheidenden Vorrundenspiel gegen Island beim Stand von 1:1 eine letzte, verzweifelte Flanke in Richtung des gegnerischen Strafraums schlägt, hebt Benediktsson langsam seine Stimme. Es folgt ein Konter über siebzig Meter, Überzahl Island, Benediktsson steht und schreit wie ein Wikinger im Stimmbruch. Als Traustason den Ball zum 2:1 über die Torlinie drückt ist Benediktsson nicht mehr zu halten. Island zieht in die Endrunde der EM ein und schreibt Fußballgeschichte - wie Gudmundur Benediktsson: 


Schlagzeile des Monats: Messis chilenische Tränen

Endspiel-Niederlagen sind sie neue Spezialität der argentinischen Nationalmannschaft. 2014 unterlag La Albiceleste im WM-Finale Deutschland, bei der Copa America 2015 versagten Higuaín und Banega im Elfmeterschießen gegen Chile die Nerven, Argentinien verlor das dritte der Copa-Endspiel in Folge. Nur ein Jahr später stehen sich die beiden Teams wieder gegenüber, wieder steht es nach Verlängerung 0:0, wieder müssen die Argentinier um Kapitän Lionel Messi ins Elfmeterschießen. Chile beginnt, Arturo Vidal verschießt, das argentinische Leiden scheint ein Ende zu nehmen. Doch Messi schreitet zum Punkt und schickt den Ball über die Querlatte gen Weltraum. Am Ende gewinnt Chile mit 4:2. Und Messi? «Ich habe viermal versucht ein Endspiel zu gewinnen. Das war's. Ich spiele nicht mehr für Argentinien», teilt er unter Tränen mit. Aber ja, inzwischen denkt auch Messi: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.