Die härtesten Strafen im Fußball

70 Spiele Sperre, McDonald's-Verbote und ein Penis-Drama

Am Wochenende wurde ein österreichischer Landesliga-Spieler für sage und schreibe 70 Spiele gesperrt. Er soll dem Schiedsrichter eine Kopfnuss verpasst haben. Schlimmer geht's nicht. Oder doch?

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Ismail Gündüz vom Tiroler Landesligisten SK Rum ist für 70 Spiele geperrt worden. Gündüz soll in einem Punktspiel dem Schiedsrichter eine Kopfnuss verpasst haben, als dieser ihn vom Platz stellen wollte. Der Spieler beteuert in der »Tiroler Tageszeitung« nun seine Unschuld: »Ein Wahnsinn, das Urteil. Ich bin ausgerutscht. Ich will alles dafür tun, um wieder auf dem Platz zu stehen.« In zahlreichen Medien wird derweil darüber spekuliert, dass ein Spieler noch nie härter sanktioniert wurde. Oder doch? Wir haben zehn Strafen zusammengestellt, die auch nicht ohne sind.

1.
Als Trainer des TSV 1860 München setzte Uwe Klimaschefski auf klassische Nahtoderfahrungen. »Jetzt zieht euch warm an!«, krakeelte er nach einer Niederlage. »Jetzt reiß' ich euch den Arsch auf! Bis zur Naht.« Auch das Begleitpersonal war nicht vor den Strafaktionen sicher. Der Platzwart wurde einmal an den Pfosten gebunden. »Er war betrunken und hatte uns zuvor ziemlich genervt. Wir trafen ihn nur ein paar Mal, dann schnitt ihn seine Frau mit einem Küchenmesser los«, erklärte Klimaschefski fast bedauernd.

2.
Uerdingens Coach Timo Konietzka sagte über seine Profis: »Fußballer sind kleine oder große Ganoven.« Also gab es bei Trainer Konietzka auch für kleine Verfehlungen drakonische Strafen. 20 Mark musste löhnen, wer seine Kleidung nicht ordentlich aufhing. 20 Mark auch, wer am Tisch Zeitung las. 1000 Mark gar waren fällig, wenn ein Spieler sich nicht um Punkt 22.30 Uhr im trauten Heim den Pyjama überstreifte.

3.
Es müssen nicht immer Geldstrafen sein. Klaus Augenthaler ließ in Wolfsburg säumige Profis zur Strafe ein Lied trällern oder einen Witz erzählen. »Vor der Gruppe etwas aufzusagen, tut den meisten Spielern mehr weh, als die 10 oder 20 Euro, die sie trotzdem bezahlen müssen. Die Jungs haben eine schlaflose Nacht, fangen an zu zittern und werden rot«, berichtete Augenthaler erheitert. Ausländische Kicker durften die  deutsche Nationalhymne singen. Augenthaler: »Einer hat gesungen: Einigkeit und Recht und Freizeit.«

4.
Ernst Middendorp war als Bielefelder Trainer hart gegen andere und gegen sich selbst. Stürmer Reiner Rauffmann verdonnerte er zu Strafrunden »so lange, bis ich dich reinrufe«. Dann vergaß er ihn, Rauffmann rannte, bis er sich übergeben musste. Als nach einer Pleite in Hamburg Stürmer Stefan Kuntz jedwede Schuld an der Niederlage abstritt, ließ Middendorp den Bus anhalten. »Ich kann den Kerl nicht mehr sehen!« Middendorp fuhr ab Hannover-Garbsen per Taxi nach Bielefeld. Präsident Schwick nüchtern: »Die 220 Mark muss er selbst bezahlen.«

5.
US-Anwalt Gordon Dean sprach einst: »In einer glücklichen Ehe ist die Frau ein bisschen blind und der Mann ein bisschen taub.« Eine perfekte  Umschreibung für die Beziehung von HSV-Mann Emile Mpenza, der sich nach Toren gerne das Trikot auszog, was weder der Trainerstab noch die Gattin besonders gerne sahen. Die Ehefrau versuchte ihn, via Interview mit einer Boulevard-Zeitung davon abzubringen: »Damit ist jetzt Schluss«, verkündete sie, »sein Körper ist nur noch für mich!« Schon im nächsten Spiel traf Mpenza – und zog sofort wieder blank.