Die Gründe für Herthas Aufschwung

Uralter Trick

3. Viererkette oder Fünferkette: Hertha ist flexibel
In den ersten beiden Saisonspielen hat Hertha bereits bewiesen, dass sie auch taktische Varianten mit einer Fünferkette beherrschen. Aufgrund der Verletzungen von Karim Rekik und Jordan Torunarigha musste Hertha zwar zurückkehren zum klassischen 4-2-3-1-System. Dass sie dies ebenfalls beherrschen, beweist der 4:2-Erfolg über Gladbach. Hertha ist durch die neue Fünferketten-Variante taktisch flexibler und für den Gegner weniger leicht auszurechnen.

4. Defensiv solide wie eh und je
Trotz all der neu entdeckten Offensive: Hertha vernachlässigt die Defensive nicht. Dardai stellt sein Team gut auf den Gegner ein. Gegen Gladbach verordnete er eine Manndeckung auf den gegnerischen Sechser Tobias Strobl. Bereits Schalkes Sebastian Rudy stellte Hertha mit einer Manndeckung schachmatt. Auch Gladbach konnte aus dem Mittelfeld-Zentrum kaum Akzente setzen.

Zwar verteidigt Hertha in ihrem neuen, alten Viererketten-Konstrukt weniger kompakt als mit einer Fünferkette; in den beiden Partien mit Fünferkette blieben sie ohne Gegentor, in den beiden Partien mit Viererkette fingen sie vier Treffer. Noch hat Dardai nicht die perfekte Balance gefunden zwischen neuer Offensivwucht und alter Defensivstärke. 

Der jugendliche Offensivstil, den Hertha aktuell an den Tag legt, ist aber eine willkommene Abwechslung nach all den Jahren des Verwaltungsfußballs. Wer weiß, vielleicht hält der Trend an und die alte Dame erstrahlt in dieser Saison in neuem jugendlichem Glanz.