Die Gründe für die Krise von Real Madrid

Was Hoffnung macht

»Wir vermissen Cristiano!«
Der macht in Turin weiter, womit er in Madrid aufgehört hat, und schießt fleißig Tore. Und tritt immer mal wieder nach: »Juventus erfüllt mir alle Wünsche«, ließ er wissen, und Juve sei das beste Team, in dem er je gespielt habe. Zur Ehrung von Modric bei der Ballon-D’Or-Gala kam er dann auch gar nicht erst. In Madrid vermisst man ihn trotzdem, wie die »AS« schrieb, oder befeuert den Rosenkrieg noch ein bisschen, wenn man als Zeitung in Barcelona sitzt, wie die »Sport«: »Die Probleme des Kaders wurden in den letzten Jahren durch die Tore von Cristiano Ronaldo verschleiert. Ohne ihn gibt es keine Tore». 

Die Videoschiedsrichter
Genauer gesagt: »der« Videoschiedsrichter. Denn den Unparteiischen, der gegen Real Sociedad mindestens einen berechtigten Elfmeter für Madrid nicht gab, hatte die königliche Medienabteilung schon vorher auf dem Kieker: Nach der Niederlage gegen Sociedad veröffentlichte Reals hauseigener TV-Sender ein Video, in dem sich Schiedsrichter Munuera Montero offenbar über drei Gegentore für Real freut. Das Filmchen zeigt, wie er sich mit einem Kollegen im VAR-Raum abklatscht, es soll vom November stammen. Um welche Situation es sich dabei wirklich handelt, ist aber völlig unklar. Womöglich geht es bei dem High-Five eher um eine richtig bewertete Spielaktion durch den Videobeweis. Eher unköniglich, diese Unterstellung.

Die Spielweise
Besonders nach dem Spiel gegen Sociedad urteilten viele Experten, dass Real unter Solari zu hastig nach vorne spiele, dass die Mannschaft den Gegner nicht mehr ermüde durch endloses Pass-Geschiebe im Mittelfeld, wie das oft unter Zidane der Fall war. Stimmt auch: Das Team wirkt insgesamt anfälliger nach Ballverlusten, vorne fehlt der Vollstrecker. Barca hat bisher fast doppelt so viele Tore geschossen. »Das stabile System ist nach Zidanes und Ronaldos Abgang zusammengebrochen«, urteilt Real-Experte Kern, »Lopetegui und Solari haben verpasst, es an den aktuellen Kader anzupassen und zu erneuern.«

Fazit
»Das wird wieder«, sagt Kern. »Auch mit Cristiano hatte Real nach mancher Hinrunde mal nur 35 Punkte. Wenn die Champions League in die heiße Phase geht, beginnt der Real-Modus, dann besinnen sich die Spieler.« Möglich, dass die Formkurven dann wieder nach oben zeigen. Ob Solari dann noch auf der Bank sitzt, ist mindestens fraglich. Und in Manchester hat gerade ein alter Bekannter seinen Job verloren.