Die große Saisonvorschau 2017/2018 (2)

Der HSV

Hamburger SV

Das ist neu: Ehrlich gesagt: nicht viel. Beim ersten Pflichtspiel der Saison, dem Pokalspiel in Osnabrück, stand genau ein Neuzugang in der Startelf. Und das war auch noch André Hahn. Großen Grund zur Euphorie gibt es an der Elbe also kaum. Zumal, auch das ist nicht neu im Norden, dieses erste Pflichtspiel der Saison gleich wieder einem Griff ins Klo glich. Gegen den Drittligisten schied der HSV trotz Überzahl aus, ein Auftritt zum Abgewöhnen, harmlos und ängstlich, behäbig und verkopft. Und so ist die wirkliche Neuigkeit vielleicht diese: All die sportlichen Blamagen, all die noch tieferen Tiefpunkte, sie haben dazu geführt, dass eigentlich niemand im Land mehr Lust hat, den HSV schon wieder leiden zu sehen. Es ist einfach nicht mehr lustig. 

Das fehlt: Ein echter Hoffnungsträger. Vor fünf Jahren kehrte Rafael van der Vaart zurück, in den Jahren danach sorgte Lasogga in diversen Relegationsspielen dafür, dass man zumindest davon träumen konnte, einen richtig guten da vorne drin zu haben. Vergangenen Sommer  kamen mit Wood und Kostic potenzielle Stars für viel Geld, wieder glaubten Fans, jetzt würde alles besser werden. Doch in diesem August gibt es nicht mal diesen einen Funken, an dem sich zumindest ein innerliches Feuer der Hoffnung entzünden ließe. Und, noch schlimmer: Mit Michael Gregoritsch wurde der vielleicht talentierteste Fußballer des Kaders ohne Not nach Augsburg verkauft. Dessen Meinung dazu: »Ich hätte mich anstelle des HSV nicht abgegeben.« Wie wir den HSV kennen, wird Gregoritsch gleich am Samstag beweisen, dass er recht hat. Da spielt er auswärts mit Augsburg. In Hamburg.

Aufreger der Sommerpause: Solange nicht irgendwelche Rucksäcke, gefüllt mit irgendwelchen streng vertraulichen Unterlagen, in irgendwelchen Parks verloren werden, regt sich beim HSV eigentlich keiner mehr auf. Der Verein ist schließlich sturmerbrobt. Und so war es den Sommer über recht ruhig um den Dino. Bis zum vergangenen Wochenende, bis zum Spiel in Osnabrück. Seitdem brennt in Hamburg der Baum. Und man kann nicht mal den schwarzen Block dafür verantwortlich machen. Dafür ist Gisdol bei den Buchmachern schon jetzt wieder heißester Kandidat auf die erste Trainerentlassung der Saison. Bleibt nur die Frage: Schafft er - im Gegensatz zu Oenning, Fink, Slomka oder Labbadia - zumindest den September? 

Wäre die Mannschaft ein GIF, dann das:

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Ein Dino. Der mit Anlauf auf die Schnauze fällt. Hihi. 

Das 11FREUNDE-Orakel:
 Am Ende wird es sein wie immer. Der HSV wird straucheln, der HSV wird sich in München sechs bis zwölf Dinger einfangen, der HSV wird diverse Trainer verschleißen. Und: Der HSV wird auch in diesem Jahr nicht untergehen. Wir sagen: ein solider 14. Platz. Und Michael Gregoritsch explodiert so richtig.