Die große Saisonvorschau 2017/18 (1)

Don't call it a Comeback!

Wird sich Mario Gomez in diesem Jahr wundliegen? Bekommt Stuttgart sein Maskottchen in den Griff? Und was geschieht mit Martin Kind in Hannover? Teil 1 unserer Bundesliga-Saisonvorschau. 

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VfL Wolfsburg:

Das ist neu:
Viele Gesichter. Denn wie immer in Wolfsburg galt auch in diesem Jahr die alte Monopoly-Devise: KAUF ICH! So kam John Anthony Brooks zum Verteidigen aus Berlin, Ignacio Camacho zum Treten aus Malaga und Nany Landry Diamanti zum Gomez-Pushen aus Oostende. Dazu ein Transfer der Marke: Hatten wir so nicht auf dem Schirm. Paul Verhaegh sucht nach Jahren in Augsburg eine »neue sportliche Herausforderung« in Wolfsburg. Auf der anderen Seite wurden die Niedersachsen einige ewig Unzufriedene los: Das chronische Transfergerücht Ricardo Rodriguez ging zum AC Mailand, Diego Benaglio setzt sich in Zukunft in Monaco auf die Bank und, zur Freude aller ängstlichen Referees, Luiz Gustavo schüchtert von nun an Schiris in der Ligue 1 ein. Außerdem neu: eine komische Form von Understatement, Geldgeber VW fordert lediglich einen einstelligen Tabellenplatz. Was nicht heißt, das Trainer Jonkers nicht trotzdem nach zehn Spielen und Tabellenplatz neun seinen Hut nehmen muss. Damit Felix Magath endlich so richtig aufräumen kann.

Das fehlt:
Sicherlich würden sich viele Wolfsburger Spieler über eine Stadt freuen. Also so eine richtige, mit zweitem Restaurant, außerhalb der Kaufhof-Passage. Aber: Man kann nicht alles haben. Uns dagegen fehlt eher eine zünftige Portion Größenwahn. Vor zwei Jahren wurde noch Real Madrid aus dem Stadion gefegt, der VfL stand kurz vor der Eroberung des asiatischen Marktes, ach, was sagen wir, kurz vor der Eroberung der Welt. Und jetzt zieht Olaf Rebbe die Fäden. Im Hintergrund. Wir blättern jetzt lieber kurz in der Gebrauchsanweisung zu unserer neuen Maxibox Kopierpapier. Nur um sicher zu gehen, dass nicht alles einfach nur öde ist.

Aufreger der Sommerpause:
Vielleicht das Spielmacher-Duell? Also die Frage, welcher der beiden besten Techniker im Team, Yunus Malli oder Daniel Didavi, in dieser Saison zur Stammelf gehören wird? Wobei die Worte Aufreger und Duell die Sache dann doch nicht richtig auf den Punkt bringen. Schließlich »schätzen« sich beide, der eine »gönnt« dem anderen alles, am liebsten würden sich eh »zusammen« auf dem Platz stehen. Neid und Missgunst klingen anders. Und so entscheiden wir uns doch für den Abgasskandal. Siehe: Wenn diese Mannschaft ein GIF wäre…

Wenn diese Mannschaft ein GIF wäre, dann das:

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Lange ging vergangene Saison gar nichts, in der Relegation sogar noch ein bisschen weniger und dann bekam der Klub auch noch den »Dieselgate« volle Möhre ins Gesicht. Und plötzlich ging die Angst um: Wird der Konzern weiterhin Kohle in den Verein pumpen? Können wir teuren Stars noch immer »eine neue sportliche Herausforderung« bieten? Dann wischte sich Olaf Rebbe den Ruß aus dem Gesicht. Und holte Brooks für 18 Millionen Euro vom Europapokalteilnehmer Hertha BSC. 

Das 11FREUNDE-Orakel:
Wolfsburg hat einen zu guten Kader, um mies zu sein. Aber das war vor einem Jahr nicht anders. Und in all den anderen Jahren, in denen der VfL sich plötzlich im Abstiegskampf wiederfand, auch nicht. Insofern heißt es auch in diesem Jahr für Wolfsburg lange: zittern. Am Ende wird Neu-Kapitän Mario Gomez seine Mannschaft aber zum Klassenerhalt ballern. Während er sich wundliegt. Einfach, weil er es kann.