Die große Saisonvorschau 2015/16: Frankfurt und Leverkusen

Back for Good

Kann das klappen mit Armin Vehs Ex? Wird Spahic Leverkusen sehr fehlen? Und was hat das mit Felix Magath zu tun? Hier kommt Teil 1 unserer Saisonvorschau.

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Eintracht Frankfurt

Das ist neu:
Trainer Armin Veh. Bzw. war dieser ja bereits zwischen 2011 und 2014 bei der Eintracht und das sogar ziemlich erfolgreich. Allerdings entschied sich Veh dazu, den Klub zu verlassen, um nicht ständig dem gegnerischen Trainer die Hand schütteln und gratulieren zu müssen. Was er dann aber beim VfB Stuttgart umso öfter tun musste, zurücktrat und nun zur Eintracht zurückgekehrt ist. Ob man sich das ganze Theater hätte schenken können, wenn sich Veh 2014 diese Handgelenkschoner gekauft hätte, wie sie Inline-Skater manchmal tragen?

Das fehlt irgendwie: Alex Meier. Zumindest zu Beginn der Saison muss der Fußballgott und amtierender Torschützenkönig noch aussetzen, was die Frankfurter nicht nur frisurentechnisch um Jahre zurückwirft, sondern sie auch vor sportliche Probleme stellen könnte. Zwar sieht man Meier oft ein ganzes Spiel lang nicht, aber dann gerdmüllert er sich eben doch zur rechten Zeit an den rechten Ort und netzt. Hoffnung macht indes, dass der Angriff der Frankfurter, seit man Mittelmäßigkeit nicht mehr als zwingendes Scouting-Merkmal für Stürmer versteht (*hust*, Rob Friend, *hust*), von anderen Hochkarätern wie Haris Seferovic oder möglicherweise auch Luc Castaignos bevölkert wird. Was dann allerdings zu Problemen führen könnte, wenn Alex Meier wieder fit ist.

Aufreger der Sommerpause: Carlos Zambrano. Nicht etwa, weil der peruanische Hitzkopf in seinem Sommerurlaub fremde Menschen von den Hotelsonnenliegen gegrätscht hätte (was er aber wahrscheinlich auch getan hat), viel eher, weil seine lange Zeit unklare Vertragssituation den gesamten Verein über Wochen in Atem hielt. Mal hieß es, er geht, mal, er beibt, dann war plötzlich von einer Vertragsverlängerung die Rede, freilich mit einer 1,5-Millionen-Ausstiegsklausel, die er bis zum 31. August hätte ziehen können. Dass sich die gesamte Großfamilie Zambrano bemüßigt fühlte, bei Facebook, Twitter und Co. die berufliche Zukunft des Abwehrchefs zu kommentieren, hat die Sache nicht unbedingt beruhigt. Nun aber hat sich der Abwehrchef für eine Verlängerung seines Vertrages bis 2019 entschieden. Unterschrieben ist freilich noch nichts. Natürlich nicht. Warum auch?

Wäre diese Mannschaft ein Youtube-Clip dann dieser…:


Armin Veh also wieder da, um mit seiner Ex einen Neuanfang zu wagen. Klingt nach seifiger RomCom, musikalisch unterlegt von den Schmusis von Take That. Passend dazu knuddelt Veh seine Spieler gerne und kommuniziert viel, ganz anders als sein Vorgänger Thomas Schaaf, der seine Spieler – glaubt man der Frankfurter Lokalpresse – höchstens mal im Gestus eines Drill-Sergeants anschnauzte, wenn er denn überhaupt mal mit ihnen sprach. Alles gut also? Mitnichten, im Video fängt es schließlich gegen Ende an zu regnen. Hoffentlich kein böses Omen.

11FREUNDE-Orakel: Der Kader der Eintracht ist mit Castaignos, Abraham und vor allem Stefan Reinartz ordentlich verstärkt worden. Ob das reicht, um Trainer Armin Veh zufriedenzustellen, der vor der Saison sagte: »Ich will ein bisschen träumen können«? Andererseits wissen wir ja gar nicht, wovon Veh so träumt. Vielleicht ja von Platz 12 und einer Tordifferenz von Minus 18. Zudem begeht Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen seine letzte Saison im Profifußball. Der mahnt seit Jahren eine zu hohe Erwartungshaltung in Frankfurt an und preist den gesicherten Mittelfeldplatz als Erfolg. Ein Platzierung zwischen 8 und 12 ist also auch eine Frage des Respekts gegenüber des scheidenden Vorstands.