Die große Liebe Heimatverein

Zwei Tore im letzten Spiel!

Doch unser Trainer lehnte dankend ab, er wusste, dass unser Talent dafür nicht ausreichte. So will es jedenfalls die Legende. Ich habe meine damaligen Trainer nie gefragt, ob es wirklich so war. Ich will es auch gar nicht. Ach ja: unabhängig vom Ergebnis gab es nach jedem Spiel ein Elfmeterschießen. Nur gegen Anderlecht verschoss ich. Was wohl aus diesem grandiosen Keeper geworden ist, der alle Bälle mit den Unterarmen parierte?

Beinahe eine Ehrenrunde

In meinem letzten Spiel in der A-Jugend schoss ich zwei Tore. Eins mit links, eins mit rechts. Beide per Volley. Das war mir vorher noch nie gelungen. Auf der Bank am Seitenrand saßen meine Mutter, meine Geschwister, meine Cousine und mein Onkel. Mein ganz persönlicher Fanklub. Beinahe wäre ich eine Ehrenrunde gelaufen.

So viele schöne Momente. Die kleine Verkaufstheke in unserer Sporthalle. Der Muff der Kabinen. Das kalte Gilde unter der Dusche. Der Weg zum Sportplatz, einen Kilometer Feldweg ohne Beleuchtung. Das Training. Wie fit wir damals waren! Der Schnittchenteller zu Hause vor dem Fernseher, gleich nach dem Training vernichtet. Die Fahrten nach Dänemark, zum Dana-Cup. Knutschen mit Norwegerinnen. Hotdog-Wettessen. Freunde fürs Leben, Freunde auf Zeit.

Vor einiger Zeit war ich mal wieder da, erste Herren gucken. Die Garßener begrüßten mich, als wäre ich nie weg gewesen, als wenn ich immer noch zweimal in der Woche mit dem Rad aus meinem Heimatdorf Bostel zum Training kommen würde. Ich hatte nicht mal den Wunsch geäußert, ein kaltes Bier zu trinken, da hatte ich auch schon eines in der Hand. Irgendwer hatte irgendwen ins Vereinsheim geschickt, um mich glücklich zu machen. So ein schönes Gefühl.

Möge es immer so bleiben. Auch ohne Spielerpass.