Die größten Pechvögel der Fußballgeschichte

Haste Scheiße am Fuß

Er verursachte zwei Elfmeter und bugsierte den Ball akrobatisch ins eigene Tor. Aber Kopf hoch, Felipe Trevizan Martins: Du bist nicht alleine!

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Alptraum-Bundesliga-Debüt (1)
Schon vor seinem ersten Bundesligaspiel für den 1. FC Nürnberg versteht der brasilianische Neuzugang Marcos Antonio seine neue Heimat nicht so recht. »Hier werden so viele Würste gegessen«, sagt er in einem Interview. »Und ständig Bier getrunken.« Wenige Wochen später, am 29. September 2012, darf Antonio sein erstes Spiel für den Club bestreiten. Es geht total daneben. Schon nach 24 Sekunden spielt er einen katastrophalen Rückpass, den VfB-Stürmer Vedad Ibisevic erläuft und zum 1:0 verwertet. Wenige Minuten später leitet der Brasilianer mit einem Fehler erneut einen Stuttgarter Angriff ein. Die Fans fangen an zu pfeifen, und Trainer Dieter Hecking hat Erbarmen und nimmt Antonio nach 16 Minuten wieder vom Feld. Er kehrt nie wieder zurück. Zumindest nicht für den FCN.
 
Eigentore für Zwischendurch (1)
Lieber Felipe, es gibt Spieler, die sahen bei ihren Eigentoren schon trotteliger aus als du. Zum Beispiel: Tomislav Piplica
 


Zwei Eigentore in einem Spiel (1)
In der Saison 1979/80 benötigt Bochum mal wieder jeden Punkt. Vor dem 20. Spieltag steht die Mannschaft auf Platz 13, nur zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz. In Gladbach spielt der VfL zunächst groß auf, geht durch Tore von Hans-Joachim Abel und Jupp Tenhagen schnell mit 2:0 in Führung. Trainer Helmuth Johannsen ist guter Dinge, als es in die Kabine geht, ebenso die mitgereisten Fans. Aber sie alle haben die Rechnung ohne Dieter Bast gemacht. Der Bochumer Verteidiger trifft in der 53. Minute ins eigene Tor. In der 78. Minute macht Gladbachs Bernd Nickel den Ausgleich. Per Elfmeter. Und wenige Sekunden vor dem Abpfiff ist wieder Bast zur Stelle. Mit einem sehenswerten Rückzieher überwindet er erneut seinen eigenen Torhüter Reinhard Mager. Bochum verliert 2:3. Aber es ist alles halb so schlimm, der VfL wird am Ende Zehnter.
 
149 Eigentore
Die Spieler von Stade Olympique l'Emyrne aus Madagaskar können darüber heute nur müde lächeln. Im Oktober 2002 fabrizieren sie 149 Eigentore. Nutznießer ist das Team von AS Adema. Allerdings sind die Eigentore ein Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung eine Woche zuvor, die  Olympique l'Emyrne die Meisterschaft gekostet hat. FA-Historiker David Barber sagt später: »Ich habe von einem örtlichen Spiel in Nottingham gehört, das 50:2 zu Ende ging und es gab da noch ein 43:0 in einem österreichischen Regionalspiel vor dem Zweiten Weltkrieg – aber nichts von dieser Größe.«
 
Alptraum-Bundesliga-Debüt (2)
Im Sommer 1987 ist sich HSV-Manager Felix Magath sicher, mit Mladen Pralija den »besten Torwart Osteuropas« verpflichtet zu haben. Bei seinem Einstand am 2. Spieltag der Saison 1987/88 kassiert er sechs Tore gegen die Bayern, vier davon gehen auf seine Kappe. Später sagt er: »Vom ersten Tag an war für mich die Situation völlig konfus. Ich hatte keine Wohnung, meine Frau Sonia war noch in Split, bekam wenig später unseren Sohn Ivan. Und ich allein in Hamburg. Keiner vom Verein half mir. Ich verstand die Sprache nicht.« Seine Bilanz nach vier Spielen: 15 Gegentore. Im Juli 1988 wechselt er zurück zu Hajduk Split.
 
Zwei Eigentore in einem Spiel (2)
Der erwähnte Bochumer Dieter Bast ist natürlich nicht der einzige Spieler, dem zwei Eigentore in einem Spiel gelangen. Hier die Hall of Shame: Dieter Bast, Dieter Pulter, Gerd Zimmermann, Per Røntved, Nikolče Noveski und Karim Haggui. Wobei hier vor allem Noveski hervorzuheben ist: Im September 2014 gelingt dem Mainzer gegen Eintracht Frankfurt der schnellste Eigentor-Doppelpack der Geschichte. Er benötigt dafür gerade mal 132 Sekunden. Wir gratulieren nachträglich.
 
Die doppelte Kopfball-Parade
Im Oktober 2009 spielt Hertha BSC im heimischen Olympiastadion gegen den HSV und geht schnell mit 1:0 in Führung. Bis zur 23. Minute haben die Berliner das Spiel klar im Griff. Doch dann geht alles schief. Zunächst köpft Kaká den Ball gekonnt ins eigene Tor, dann muss nach 33 Minuten auch noch Torwart Timo Ochs verletzt vom Feld. Sascha Burchert kommt, es ist sein zweites Bundesligaspiel. Und was für eines! In der 38. Minute eilt er aus seinem Tor und klärt vor dem Strafraum einen Ball per Flugkopfball. Dummerweise landet der Ball direkt vor den Füßen von David Jarolim, der direkt abzieht, Tor für den HSV. In der 40. Minute _______ (bitte hier die vorherigen zwei Sätze einfügen und den Namen David Jarolim durch Ze Roberto ersetzen).