Die größten Comebacks der Schlusslichter

Rette sich, wer kann!

Darmstadt hat zurzeit elf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Wir zeigen euch, welche Teams in den Top-Ligen in der jüngeren Vergangenheit bereits zu einer ähnlichen Aufholjagd ansetzten. 

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Wir schreiben den letzten Bundesliga-Spieltag 2016/2017. Dem SV Darmstadt 98 fehlt bei Borussia Mönchengladbach kurz vor Schluss noch ein Tor zum nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt. Dann Eckball. Mario Vrancic flankt den Ball präzise auf den kurzen Pfosten, wo sein Kapitän schon wartet.

Aytac Sulu wird zwar von gleich zwei Gladbachern bewacht, dennoch gelingt es ihm sich zu lösen. Er schraubt sich hoch und wuchtet den Ball in die Maschen – keine Chance für Yann Sommer. Der Torschütze wird anschließend unter einer Darmstädter Jubeltraube begraben. Die Lilien schaffen tatsächlich noch den Last-Minute Klassenerhalt.

Ganz soweit ist es zwar noch nicht, doch der Sieg der Hessen am Samstag gegen den FSV Mainz 05 nährt die Hoffnungen auf den Nicht-Abstieg. In den letzten Jahren boten sich gleich mehrere Vorbilder für das mögliche Darmstädter Wunder. Ein Rückblick.



RCD Mallorca 2004/05, größter Rückstand: zehn Punkte nach 31 Spieltagen


Der Saisonstart der Mallorquiner verlief schleppend. Unter Benito Floro mussten die Insulaner oft knappe Niederlagen oder Remis einstecken. Zwischen dem dritten und dem elften Spieltag gelang ihnen nicht ein einziger Sieg. Dementsprechend wurde Floro entlassen und durch Erfolgstrainer Héctor Cúper ersetzt.

Doch auch Cúper konnte die Elf um den späteren Gladbacher Juan Arango, den torgefährlichen Luis Garcia und den in der Rückrunde vom HSV ausgeliehenen Bernardo Romeo nicht auf Anhieb aus der Krise führen. Sieben Spieltage vor dem Ende der Meisterschaft hatte Mallorca erst 24 Punkte auf dem Konto, ganze zehn weniger als Konkurrent Racing Santander auf dem rettenden 17. Platz.

In den letzten Spielen raufte sich die Mannschaft allerdings zusammen und schaffte dank der vier Siege und drei Remis noch den unverhofften Klassenerhalt. An Mallorcas Stelle stieg dagegen der UD Levante ab, obwohl man sich dort zwischenzeitlich sicher war, die Klasse zu halten. 


Espanyol Barcelona 2008/09, acht Punkte Rückstand nach 28 Spieltagen

Auf den ersten Blick wirkt der Klassenerhalt von Espanyol Barcelona nicht ganz so spektakulär – doch der Schein trügt. Dabei startete Espanyol noch recht furios in die Spielzeit. Sieben Punkte aus den ersten drei Saisonspielen bedeuteten die Tabellenführung zusammen mit drei anderen Teams. Dass die Katalanen anschließend in Abstiegsnöte gerieten, war sicher auch der eher schwachen Saison von Stürmerstar Raúl Tamudo geschuldet.

Neben Tamudo spielten auch noch andere klangvolle Namen wie Carlos Kameni, der Freiburger Marc Torrejon und erneut der mittlerweile zum spanischen Nationalspieler aufgestiegene Luis Garcia für Espanyol. Doch weder unter Tintín Márquez noch unter seinem Nachfolger Mané konnte aus dem Team eine Einheit geformt werden. Und so übernahm Ende Januar Mauricio Pochettino das Kommando bei dem UEFA-Cup-Finalisten des Vorjahres.

Auch mit dem Argentinier an der Seitenlinie gelang in den ersten neun Partien nur ein Sieg. Dementsprechend lag man zehn Spieltage vor Ende mit 22 Punkten am Tabellenende der Primera Division. Durch acht Siege aus zehn Spielen kletterte Espanyol noch um ganze zehn Tabellenplätze und landete sogar im Tabellenmittelfeld.