Die Eskapaden des Samuel Eto’o

Unzähmbarer Löwe

Samuel Eto’o ist erst eine Woche bei Sampdoria Genua, schon sorgt er für den ersten Eklat: Nach dem 1:5 gegen den FC Turin verließ er nach der ersten Einheit das folgende Straftraining. Ein Rückblick auf die schönsten Eskapaden.

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1.
Zu Beginn ein Ausflug nach Kamerun, wenngleich man bei den unzähligen Skandalen, für die Eto’o in der Nationalmannschaft sorgte, leicht den Überblick verlieren kann. 2006 sorgte der Kameruner beim Afrika-Cup in Ägypten beinahe für eine Massenkeilerei, weil sich Funktionäre am eigentlich für die Spieler reservierten Hotelbuffet bedient hatten. Letztendlich schrie er die Anzugträger nur aus dem Saal, während er die Essensreste – trockenes Brot und Saucen – vom Tisch fegte.
 
2.
»Es gibt eine Absprache innerhalb der Mannschaft, mir nicht mehr den Ball zuzuspielen!« Samuel Eto’o war in der Nationalelf nie nur Diva, sondern auch Verschwörungstheoretiker. Weil er glaubte, dass sein Verdienst nicht angemessen honoriert wurde, beendete er diverse Male seine Karriere in Kameruns Nationalmannschaft – nur um wenige Wochen oder Monate unter dem Flehen seiner Landsleute zurückzukehren. Dennoch: Mit den Mächtigen des Verbands stand er bis zuletzt auf Kriegsfuß. Er weigerte sich bei Länderspielen stets, in einem Mannschaftshotel zu nächtigen und zog lieber in eine Privatunterkunft, wo er seine eigene Leibgarde um sich scharte. Erklärung: »Die Verbandsführung will mich töten! Ich tue das nicht, weil ich verrückt bin, sondern weil ich mich schützen muss!«
 
3.
2011 stellte sich Eto’o an die Spitze eines Mannschaftsstreiks, um den Verband dazu zu zwingen, versprochene Prämien auszuzahlen. Die Funktionäre sperrten Eto’o für 15 Spiele, mussten die Strafe aber schließlich auf drei Partien senken, weil sich viele tausend Demonstranten auf den Straßen Kameruns für den eigensinnigen Star eingesetzt hatten.
 
4.
Vor der WM 2014 streikte Eto’o erneut wegen Prämien. In einem offenen Brief erklärte er, warum er die Übergabe der Nationalflagge durch den Premierminister verweigerte und sich der Abflug nach Brasilien um einen Tag verzögerte: »Ich kämpfe für die Dinge, an die ich glaube: für das Recht unserer Spieler, die Prämien zu bekommen und so das Beste bei der WM für ihr Land zu geben.«
 
5.
Auch bei seinen Vereinen sammelte Samuel Eto’o Skandale wie andere Leute Paninibildchen. Im Jahr 2005 skandierte der Stürmer bei der Meisterfeier des FC Barcelona lautstark: »Madrid, du Arschloch, huldige dem Meister!« Blöd nur, dass die Fernsehkameras mitliefen und das Ganze live und landesweit über die Bildschirme flimmerte. Eto’oos Ausbruch war auch deswegen seltsam, weil er im Alter von 15 Jahren aus dem kamerunischen Douala in Real Madrids Jugendakademie gewechselt war und später oft sagte: »Real Madrid bin ich ewig dankbar, dass sie mich aus Afrika geholt haben.« Immerhin: Als Eto’o realisierte, dass seine Wutrede überall zu sehen war, entschuldigte er sich für seinen Ausbruch: »Ich habe in den Teller gespuckt, der mir zu Essen gegeben hat.«