Die Elf des Spieltags (32)

Schipplock macht Licht im Keller

Alexander Meier
Rummsbumms, raus aus der Formkrise. In der Hinrunde von den Kollegen im »Kicker« noch zum Aufsteiger der Hinrunde gewählt, kriselte Frankfurts Alexander Meier in der Rückrunde so vor sich hin, war mal verletzt, mal außer Form, insgesamt so lala. Am Samstag dann, im Spiel gegen Düsseldorf staubte Meier zunächst zum 1:0 für die Hessen ab, um in der Schlussphase, als die Fortuna auf den Ausgleich drängte, den Deckel auf die Partie zu machen. Nicht irgendwie, sondern mit einem Schlenzer vom Strafraumeck, der sich so wunderschön genau in den Winkel drehte, dass eine geometrische Formel danach benannt werden sollte. Die Meiersche Kurve vielleicht, oder die Innenrist-Halbellipse.

David Abraham
Dinge, die man im Abstiegskampf unbedingt vermeiden sollte: Nach 30 Sekunden einen Elfmeter gegen einen Mitkonkurrenten verursachen. Eine wichtige Lektion, die Hoffenheims David Abraham im Spiel gegen Werder Bremen kurzerhand vergaß. Der Fairness halber sei erwähnt, dass sein Foul kurz vor der Strafraumgrenze stattfand und der Elfer deswegen nicht berechtigt war. Blöd war es trotzdem. Ist letztlich aber auch nicht wirklich wichtig, denn der im Januar vom Hoffenheimer Paralleltransfermarkt weggemüllerte Abraham hatte nach 90 Minuten ja doch irgendwie Grund zu feiern, was in erster Linie an seinem Kollegen…

Sven Schipplock
…lag. Der kam nämlich in der 66. Minute ins Spiel, das Bremen bis dahin so fest unter Kontrolle hatte wie Uli Hoeneß seine Finanzgesch… ach, lassen wir das. Wie dem auch sei, Schipplock kam rein, suchte ein paar Minuten und fand schließlich das letzte Hoffenheimer Streichholz, mit dem er noch mal unerwartet Licht im Tabellenkeller entzündete. Insbesondere Schipplocks zweites Tor in der Nachspielzeit könnte dabei ein nachhaltiger Nackenschlag für den Abstiegskonkurrenten aus Bremen sein. 

Kevin de Bruyne
Womit wir bei Kevin de Bruyne wären, der am Wochenende für das emotionale Highlight sorgte. Es scheint beschlossene Sache, dass der Belgier die Bremer am Saisonende verlässt und wenn man ehrlich ist, geht das auch in Ordnung: De Bruyne ist schlichtweg überqualifiziert und gehört in die Königsklasse. Dass ihm die derzeitige Situation bei Werder aber gehörig auf den Magen schlägt, obwohl fast sicher scheint, dass er ab Sommer bei einem Top-Klub spielt, zeigten die Tränen, mit denen De Bruyne auf das unnötig vergeigte Spiel gegen Hoffenheim reagierte. Ein Moment, in dem die Fußballromantiker in der Redaktion (also quasi alle) kurz tief Luft holen mussten.

Sidney Sam
Wie man sich bei seinen Mitspielern so richtig unbeliebt macht, zeigte am Wochenende Leverkusens Sidney Sam. Beim Stand von 2:0 schnappte sich Sam den Ball zum zweiten Elfmeter des Spiels und konnte auch vom eigentlich vorgesehenen Schützen Stefan Kießling nicht von der Ausführung abgebracht werden. Pikant dabei: Die Saison für Bayer ist gelaufen, einzig Kießling könnte noch Torschützenkönig werden. Dafür müsste er allerdings noch ein paar Tore schießen. Elfmeter eignen sich in aller Regel ganz hervorragend dafür. Sam war’s egal. Er schnappte sich den Ball, verschoss, fuhr nach dem Spiel in seinem Einsitzer-Sportwagen nach Hause und arbeitete an seinem ersten Buch weiter. Vorläufiger Titel: »Mitspieler vergrätzen for Dummies«.

Nicolai Müller
Mainz' Rechtsaußen Nicolai Müller ist einer jener Bundesligaprofis, die man nicht so richtig auf der Liste hat, bis man sich mal bequemt, die Statistik anzusehen und dann ernsthaft überrascht ist. Eine Sorte Spieler übrigens, von der der FSV Mainz eine ganze Menge im Kader hat. In Müllers Fall kamen am Samstag zwei Tore hinzu und fast wären es drei geworden, hätte er nicht einmal unerlaubt den Arm zur Ballannahme genutzt. Mittlerweile steht die Nummer 27 des FSV bei sieben Toren und fünf Assists, zur Europa-League-Qualifikation wird es aber wohl nicht mehr reichen. Schade, denn Müller könnte da problemlos mitspielen. Auch wenn wir das bis vor Kurzem nicht wussten.