Die Elf des Spieltags (27)

Alles muss man selber machen

Manuel Schmiedebach
Eine robuste Zweikampfführung ist eine der Grundtugenden, die es braucht, um im Abstiegskampf erfolgreich zu sein. Scheinbar hat Hannovers Manuel Schmiedebach diese Grundtugend im Vorfeld des Spiels gegen Hoffenheim noch mal mit John Rambo, dem Ultimate Warrior und einer rostigen, benzinbetriebenen Black&Decker-Gartensense durchgesprochen und die Grenzen jener Tugend neu definiert, denn anders ist es nicht zu erklären, mit welcher Verve Schmiedebach in der 76. Minute Anthony Modeste von den Beinen flexte. Mit seiner beidbeinig auf Schienbeinhöhe eingesprungenen Fluggrätsche könnte er ganze Mischwälder abholzen oder im Hannoveraner Umland nach Öl graben. Und vielleicht macht er das auch, Zeit hat er ja jetzt erstmal.

Sebastian Rudy
Für das Highlight des Spiels sorgte allerdings nicht Schmiedebach mit der Bereicherung des Farbspektrums um einen weiteren Dunkelrot-Ton, sondern Sebastian Rudy, der in der Schlussminute eine verunglückten Befreiungsschlag von Keeper Ron-Robert Zieler aus knapp 35 Metern ins leere Tor holzte. Schönes Ding. In Hoffenheim ist eben immer was los, ist man geneigt zu sagen. Kriegt halt nur niemand mit.

Maximilian Arnold
Der gewissenhaft gezimmerte »11FREUNDE-Giebel« aus edlem Langholz geht diese Woche an Maximilian Arnold. Wolfsburgs Nachwuchsmann nagelte in der 80. Minute des Spiels gegen Bremen einen Ball nämlich derart wuchtig und punktgenau in den Knick, dass die Zimmermannsinnung nun einen eigenen Winkelmesser nach diesem Tor benennen will. Schön an dem Treffer war auch, wie Arnolds Teamkollege Olic die Großchance zunächst verstolperte, Arnold dann den zweiten Ball überraschend aus der Drehung und einer stattlichen Entfernung in den Giebel drosch – getreu dem Motto »Alles muss man selber machen«. Der Junge wäre sicherlich auch ein guter Handwerker geworden.

Domi Kumbela
Domi Kumbelas wundervoller Fallrückzieher zum entscheidenden 3:1 gegen Mainz war derart schön, dass wir uns sicher sind, dass irgendwo in Gelsenkirchen Klaus Fischer jubelnd mit einem Rückwartssalto hinters Sofa sprang und dort »So ein Tag, so wunderschön wie heute«-singend liegenblieb. Ob Kumbelas Eintracht am Ende der Saison nun absteigt oder nicht, ist seit dem Sieg am Dienstagabend offener denn je. Was allerdings sicher ist, ist dass sich Domi Kumbela, wenn er denn absteigen muss, auf jeden Fall mit Stil verabschiedet hat.

Pierre-Michel Lasogga
Obschon es nicht zum Sieg reichte, konnte man den positiven Effekt, den Hamburgs laufende Litfasssäule Pierre-Michel Lasogga auf seine Kollegen hat, förmlich spüren. Nach überstandener Verletzungspause ochste sich Lasogga im Spiel gegen Freiburg derart engagiert durch die Zweikämpfe, dass man schon vom Zusehen blaue Flecken und Prellungen erlitt und die Innenverteidiger des kommenden Gegners Mönchengladbach wahrscheinlich bereits nach Ausreden suchen, am Sonntag nicht zur Arbeit erscheinen zu müssen. Lasogga wird auf jeden Fall auf dem Platz stehen. Der Mann wirkt derzeit so motiviert, man könnte ihm die Beine zusammenbinden  – er würde mehr Kilometer machen als der Rest seiner Kollegen zusammen.