Die DFB-Elf in der Einzelkritik

Mehr Dreiecke als ein Geometrie-Kongress

Sebastian Rudy 

Ein Mann, dem wir viele Fragen stellen wollen. Was er so anders gemacht hat, dass er Fußballprofi wurde und wir nicht. Wieso er zum FC Bayern geht. Ob er wirklich denkt, dass er zum Publikumsliebling der Nationalmannschaft wird, wenn er in jedem Spiel reihenweise Bälle auf die Tribüne kloppt.


Leon Goretzka

Immer wieder denken wir, dass Leon Goretzka viel zu gut für Schalke sei. Für den Beweis braucht es erst ein DFB-Trikot. Seine Heatmap kann an Ermangelung der Farbe Rot hier nicht aufgemalt werden, zudem an allen drei Toren beteiligt. Wurde derart brutal im Sechzehner weggesenst, dass die Fifa sogar auf den Videoschiedsrichter verzichtete. Wohl das größte Lob in diesen Tagen.

Julian Draxler
Spielte im Respekt vor dem Gastgeber ohne die (auch von uns) geforderte Regenbogenbinde. Leitete mit seinem Fehlpass das erste Gegentor ein und hatte sich zuvor vergebens am Übersteigerrekord (848347 – aufgestellt in einer 11Freunde-Mittagspause ohne Gegenspieler) bemüht. Alles wie immer: Man sieht Draxler spielen und hadert. Mit sich selbst. Mit Draxlers Talent. Mit dem eigenen Übersteigerrekord.

Julian Brandt
Bildete mit seinen Mitspielern mehr Dreiecke als ein durchschnittlicher Geometrie-Kongress. Gleichseitig, gleichschenklig, gerne auch im 90-Grad-Winkel oder so spitzwinklig wie im Zuspiel für Lars Stindl vor dem 1:0. Wenn es so weitergeht, ist die Ehrendoktorwürde nur eine Frage der Zeit.

Lars Stindl
Traf nach fünf Minuten zum 1:0, zeigte sonst, dass es noch kein leichter Weg bis zur Weltmeisterschaft sein könnte. Aber auch das kann reichen (siehe Gerald Asamoah).