Die deutsche Elf in der Einzelkritik

Die Offensive

Thomas Müller 
Gab die Vorlage zum 1:0. Machte selbst als situativer Rechtsverteidiger eine gute Grätsche (Figur). Und hielt sich mal wieder dort auf, wo die Gefahr für den Gegner erst noch hinzukommen versucht. Zu schade, dass besagte Gefahr für den Gegner einen eher lustlosen Tag erwischte. 

Mesut Özil 
Leitete die Führung mit Pass auf Müller ein. Mit einem dieser zahlreichen, einfachen Pässe, die zunächst nach Nichts aussehen, und die für die eigene Mannschaft doch so wertvoll sind. Lief mehr als ein Durchschnitts-Gallier auf der Suche nach Passierschein A38 und gab sich zuweilen selbst defensiv die Ehre. Kann insgesamt sicherlich besser spielen. Nur ist er selbst so noch auf einem Niveau, über welches man bei gewöhnlichen Fußballern urteilen müsste: sensationell. 

Julian Draxler 
Zeigte im Dauerregen von Hannover, dass er tatsächlich auch in Niedersachsen gut Fußball spielen kann. Vor seinem 1:0-Führungstreffer mit einer Dreh-Schuss-Kombination, auf die die Programmierer von Fifa17 bewusst verzichtet haben. Einfach weil die korrekt ausgeführte Tastenfolge zu sofortigem Fingerbruch führen würde. Baute in der zweiten Halbzeit leicht ab. Vermutlich, da ihm dämmerte, dass er bald schon wieder nach Wolfsburg muss. 

Mario Götze
In der vierten Minute nach Müller-Flanke und freistehend mit einem Kopfball aus dem Lehrbuch. Leider nur viel zu zentral. Rackerte und ackerte wie gewohnt und viel zu selten wahrgenommen. Agierte dabei allerdings glücklos. Nur gut, dass es bei ihm zum »Glückslos« niemals weit ist.

Ilkay Gündogan (46., für Mesut Özil)
Führte sich mit einem Seitfallzieher ein, der mehr Chuck Norris war als Chuck Norris selbst. Und im Endeffekt genauso erfolgreich. B-Movie eben. Aber vor allem: Die deutsche Nationalmannschaft kann mal eben Ilkay Gündogan einwechseln. Das ist, als hätten die Beatles die Option gehabt, Ringo Starr durch Charlie Watts zu ersetzen.

Shkodran Mustafi (69., für Jerome Boateng)
Mit einer Heatmap wie der Polarkreis. Aber: Ja gut, äh. Warum nicht?! Klärte kurz vor Schluss souverän für die Nordiren. Im nordirischen Strafraum. Nach Ecke Deutschland.

Kevin Volland (81., für Jonas Hector)
Wortspiele mit Volland und Deutschland liegen in der Schublade. Versprochen. Aber noch ist die Zeit einfach nicht reif.